Am vergangenen Freitag ist eine Hebeanlage in der Bad Dürrheimer Kläranlage ausgefallen – mit drastischen Konsequenzen. Der Ausfall wurde bemerkt, nachdem der Angelsportverein Unterbaldingen am Sonntagabend tote Fische in der Kötach bemerkt hatte und meldete.

Nach dem Ausfall ist ein Überlaufbecken erst voll- und dann übergelaufen. Nach Angaben des Klärwerkspersonals sind über das Wochenende etwa 1400 Kubikmeter Abwasser in die Kötach geleitet worden.

Die Ursache: Laut Mitteilung der Stadtverwaltung ist eine ausgefallene Sicherung in einer der drei Phasen die Erklärung dafür, warum die Hebeschnecke der Kläranlage am Freitagnachmittag ausgefallen ist. Die Schnecke fördert das Abwasser aus dem Einlaufbecken in den Klärprozess durch den Rechen in den Sandfang.

Bei einem Ausfall der Schnecken steigt der Pegel dann kontinuierlich an und wird über die Überlaufschwelle in die Kötach entlastet. So gelangen die etwa 1400 Kubikmeter Abwasser in die Kötach.

Das Becken entlaste regelmäßig in die Kötach, im Jahresschnitt etwa 20 000 Kubikmeter, so die Stadtverwaltung. Im Regelfall aber nur bei starken Niederschlägen, so dass die Abwässer dann relativ verdünnt entweichen.

Bei der Kontrolle war noch alles in Ordnung

Der Schaltschrank wurde vom Personal im Rahmen der täglichen Routinebegehung am Freitagmorgen kontrolliert. Hierbei wurden keine Störungen festgestellt, die Schnecke funktionierte zu diesem Zeitpunkt noch. Die jetzige Technik hat zwar eine Warnfunktion wenn die Schnecke ausfällt, die jedoch gerade beim Ausfall einer Phase eben nicht funktioniert.

Ein bereits bestellter, neuer Schaltschrank wird voraussichtlich im Oktober 2020 installiert. Er wird dann eine dem heutigen Stand der Technik entsprechende „Panel-Überwachung“ haben, die parallel eine Störungsmeldung auf die Leitwarte beziehungsweise das Handy des Diensthabenden absetzt. In der Zwischenzeit wird über ein zusätzlich eingebautes Überwachungsrelais die sofortige Alarmierung sichergestellt.

Dieser Vorfall hat leider zu Fischsterben im weiteren Lauf der Kötach geführt. Polizei und Umweltbehörden wurden informiert und waren bereits vor Ort.