Eines der vielen Themen in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am heutigen Donnerstag, 24. September, ist die Beratung und Stellungnahme zu den Planungen der Straßenbauverwaltung, zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an der vorhandenen Anschlussstelle der K 5734 an die B 33 (Anschlussstelle Marbach), eine Einfädelungsspur zu errichten.

  • Die Vorgeschichte: Seit mehr als 15 Jahren verschärft sich im Kreuzungsbereich der B27/B33 bei Bad Dürrheim die Verkehrssituation, die Abbiegespur von Villingen her Richtung Schwenningen/Deißlingen ist zu kurz, die Verkehrsbelastung mit 50 000 Fahrzeugen und 4000 Lkws täglich extrem. Die Folge: Zu Stoßzeiten und besonders auch an Einkaufstagen am Wochenende staut sich der Verkehr von und zu allen Seiten hin oft kilometerweit (wir berichteten).

Das Vorhaben war, diesen Knotenpunkt mit einer weiteren Linksabbiegespur von Villingen her Richtung Schwenningen/Autobahn/Gewerbegebiet auszubauen, um die Situation zu entschärfen. Von der Scheffelstraße aus Richtung Rottweil/Gewerbegebiet soll ein weiterer Fahrstreifen bis zum Knotenpunkt an der Robert-Bosch-Straße (Gewerbegebiet) eine bessere Entflechtung der Verkehrsströme generieren (siehe Grafik).

Stand März 2019 war, dass die Planungen seitens des Regierungspräsidiums 2019 erfolgen, so dass die Maßnahme 2020 umgesetzt werden könnte, was aber zugunsten der Sanierung der B33 zurückgestellt wurde.

  • Der Haken: Schon im März 2019 war klar, dass es allein mit dem Ausbau der Kreuzung nicht getan sein würde, da hierbei nicht die Entschärfung der Verkehrssituation an der Einmündung der Kreisstraße 5734 (Anschlussstelle Marbach an die B33) berücksichtig wurde. Durch den starken Verkehr in beide Richtungen resultieren auch an dieser Stelle massive Rückstaus mit oftmals langen Wartezeiten – und daraus entstehende Verspätungen im öffentlichen Personennahverkehr.

Wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist, plant nun die Straßenbauverwaltung an dieser vorhandenen Anschlussstelle der K 5734 eine Einfädelungsspur zu errichten. Diese Einfädelungsspur soll dem von der K 5734 aus Marbach kommend in Richtung Bad Dürrheim/Schwenningen rechtseinfahrenden Verkehr dienen. Des Weiteren soll zusammen mit der Einfädelungsspur an der K 5734 eine Wendeanlage für den Winterdienst der Straßenbauverwaltung angelegt werden, da sich an der Anschlussstelle in der Vergangenheit bereits Unfälle mit wendenden Winterdienstfahrzeugen ereignet haben und die Winterdienstfahrzeuge aus betrieblichen Gründen hier wenden müssen.

Die geplanten Maßnahmen der Straßenbauverwaltung befinden sich auf dem Gebiet der Stadt Bad Dürrheim. Für den Bau der Einfädelungsspur und die Wendeanlage ist Grunderwerb von der Stadt
Bad Dürrheim notwendig. Insbesondere im Bereich der geplanten Wendeanlage befindet sich heute ein geschütztes Hecken-Biotop.

Als Ersatz für die Vegetationsverluste sei von der Straßenbauverwaltung mit der unteren Naturschutzbehörde eine Kompensationsmaßnahme auf Gemarkung Villingen vorabgestimmt (Umwandlung einer Fettwiese in einen Magerrasen), heißt es in der Vorlage weiter.

Aus Sicht der Stad Bad Dürrheim wird der Neubau der Einfädelungsspur an der Anschlussstelle Marbach grundsätzlich begrüßt, weil sich mit dem Bau der Einfädelungsspur der Aufstell- und Wartebereich der Links- und Rechtseinbieger an der Einmündung vergrößert und Rechtseinbieger flüssiger in die B 33 einfahren können.

  • Wieder nur Teillösung: Allerdings bietet die geplante Maßnahme wiederum keine Verbesserung für die an der Anschlussstelle Marbach links ab- und links einbiegenden Fahrzeuge, und so ist zu befürchten, dass es auch weiterhin in den Stoßzeiten zu Stauungen auf der B 33 im Bereich der Anschlussstelle Marbach kommen wird. Da sich die Baumaßnahme und der Geländeverbrauch beziehungsweise der Vegetationsverlust auf der Gemarkung von Bad Dürrheim befinden, sollte auch die Kompensationsmaßnahme auf der Gemarkung von Bad Dürrheim erfolgen. Zusätzlich zu der geplanten Baumaßnahme sollten von der Straßenbauverwaltung auch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse an der Anschlussstelle Marbach, wie zum Beispiel eine Lichtsignalanlage, untersucht werden.

Der Gemeinderat sieht sich außerdem vor mehrere Fragen gestellt: Führt die Beschlussvorlage zu finanziellen Verpflichtungen, gibt es jährliche Folgekosten, Bewirtschaftungskosten, gibt es eine Gegenfinanzierung?

Grundsätzlich befürworte der Gemeinderat den geplanten Ausbau der Anschlussstelle, so die Sitzungsvorlage, und werde die Stadtverwaltung beauftragen, eine entsprechende Stellungnahme abzugeben. Allerdings solle die Kompensationsmaßnahme auf der Gemarkung der Stadt Bad Dürrheim erfolgen, weil für die Baumaßnahme Flächen der Stadt benötigt werden.

Patenschaft endet

Bad Dürrheim unterhält im Rahmen ihrer Partner- und Patenschaftsarbeit seit dem 6. September 1965 eine Patenschaft mit dem „1. Artilleriebataillon 295“ (vormals „Panzerartilleriebataillon 295“), das seinerzeit in Immendingen angesiedelt war. Diese Patenschaft wurde zuletzt 2015 zum 50-jährigen Bestehen erneuert. Im März 2016 wurde das Artilleriebataillon von Immendingen nach Stetten am kalten Markt verlegt. Im Hinblick auf die räumliche Entfernung sind die Vertreter der Bundeswehr und der Stadt zwischenzeitlich übereingekommen, die Patenschaft zu beenden. Aufgrund der Pandemie und des damit einhergehenden Verbots von Großveranstaltungen ist die Durchführung eines feierlichen Abschlussgelöbnisses bis auf Weiteres jedoch nicht möglich.

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