Großes Thema bei der Sitzung des Sunthausener Ortschaftsrates war die geplante Photovoltaikanlage der Firma Green Cita AG entlang der Autobahn zwischen Biesingen und Sunthausen, neben der Kreisstraße 864.

Den Bau der geplanten Photovoltaikanlage zwischen der Autobahn und dem Ortsteil Biesingen lehnte der Sunthausener Ortschaftsrat einstimmig ab
Den Bau der geplanten Photovoltaikanlage zwischen der Autobahn und dem Ortsteil Biesingen lehnte der Sunthausener Ortschaftsrat einstimmig ab | Bild: Mandy Heinze

Von Sunthausen her nicht sichtbar, würden diese geplanten zwei Teilstücke jedoch den Ortsteil Biesingen voll treffen. Die Anlage würde außerdem auch einen großen Verlust von landwirtschaftlicher Fläche bedeuten. Wie sich bei den Präsentationen herausstellte, sei auch das angefertigte Blendgutachten nicht positiv für den Standort ausgefallen, wie Ortsvorsteher Albert Scherer berichtete. „Wir wissen, dass Flächen für erneuerbare Energie wichtig sind, aber diese Fläche ist definitiv nicht geeignet“, war sich demzufolge der Sunthauser Ortschaftsrat einig.

„Die Fläche ist viel zu präsent“, erklärte Anna Baier. „Die Fläche ist fast so groß wie der Ortsteil Biesingen selbst und viel zu präsent für Biesingen und auch die Kreisstraße“, stimmte auch Manuel Merz zu. „Ich bin grundsätzlich dafür, dass wir alternative Energien nutzen müssen, aber wenn wir unseren Prinzipien treu bleiben wollen, können wir nicht Biesingen diese Anlage vor die Nase stellen. Wir müssen, wenn möglich, andere Flächen finden“, bezog Christian Noack Stellung.

So wurde das Vorhaben vom Sunthauser Ortschaftsrat genauso abgelehnt wie eine Woche zuvor in Biesingen.

2236 Menschen mit Behinderung

Inge Teichert stellt sich als Behindertenbeauftragte der Stadt Bad Dürrheim dem Sunthausener Ortschaftsrat vor – hier im Bild mit Albert Scherer (links) und Christian Noack
Inge Teichert stellt sich als Behindertenbeauftragte der Stadt Bad Dürrheim dem Sunthausener Ortschaftsrat vor – hier im Bild mit Albert Scherer (links) und Christian Noack | Bild: Mandy Heinze

Aktuell informiert Inge Teichert, die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt, in den Gremien der Ortsteile – so auch in Sunthausen – über ihre Arbeit und die Bedürfnisse betroffener Menschen mit Handicap – oft ein Tabuthema.

Eine Behinderung kann in vielfacher Weise bestehen, ist oft nicht von außen sichtbar. Dementsprechend ist oft auch das Bewusstsein der Umgebung dafür nicht geschärft. Unter anderem darauf will Teichert aufmerksam machen.

„In Bad Dürrheim leben derzeit 2236 behinderte Menschen“, so Teichert. Eine außergewöhnlich hohe Zahl. Alle müssen tagtäglich im Alltag Barrieren überwinden. Sei es die Suche nach einer öffentlichen Toilette, der barrierefreie Weg in öffentliche Verkehrsmittel oder in eine Arztpraxis, die oft nur über Treppen erreichbar seien. Teichert führt viele Beispiele auf, die Hindernisse für Menschen mit Behinderung darstellen.

„Es ist schon viel passiert“, sagt sie, „aber es ist immer noch ein langer Weg.“ Ortschaftsrat Christian Noack führte auf, was sich in Sunthausen schon getan hat: Eine Rampe zur Turn- und Festhalle, ebenso verfügt die Halle über eine behindertengerechte Toilette, die Kirche ist barrierefrei zu erreichen und der Bordstein zum See wurde erst vor kurzem abgesenkt, damit auch Rollatorfahrer oder Rollstuhlfahrer das Seeufer erreichen können.

Einstimmig gab der Ortschaftsrat schließlich noch dem Bauantrag für zwei Mehrfamilienhäuser in der Tuninger Straße statt. Bezüglich der 20 Parkplätze hat sich der Bauherr an die Empfehlung des Ortschaftsrates gehalten.

Ortsvorsteher Scherer wies noch auf den 24. April hin, den Tag der Bad Dürrheimer Landschaftsputzete. „Wir haben es zur Zeit extrem mit Vermüllung zu tun.“ Es seien bereits im Vorfeld zwei Anhänger Müll eingesammelt und weggefahren worden.