Mit 35 Veranstaltungen monatlich ist das Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert eine feste Institution der gesellschaftlichen Verbindungen in der Kurstadt. Die Corona-Krise hatte eine Einstellung des Publikumsverkehrs und somit Programms zur Folge, ab dem kommenden Montag werden einige Angebote wieder aufgefahren. Auf der Hauptversammlung zeigten sich die Mitglieder begierig auf die Wiedereröffnung, diskutierten aber auch um eine künftige Entlohnung der bisher ehrenamtlich fungierenden, geschäftsführenden Vorstände.

  • Vereinsjahr: Aus 40 Gründungsmitgliedern sind seit 2010 nunmehr 170 Bürger fester Bestandteil des Vereins. Der Verein wirkt als Faktor im demographischen Wandel, ist sozialer Treffpunkt für 14 Gruppen aller Generationen, ist Anlaufstelle für das bürgerschaftliche Engagement und betreibt zahlreiche Projekte, insbesondere bei der Einführung der Digitalisierung in das Alltagsleben seiner meist betagten Teilnehmer. Auch 2019 konnte sich das Bad Dürrheimer Mehrgenerationenhaus Auszeichnungen sichern, etwa den dritten Hauptpreis des bundesweiten Wettbewerbs „Einsam? Zweisam? Gemeinsam!“ aus einem Pool von 660 Initiativen oder den Publikumspreis des „DemografieGestalter 2019“. Beide Projektinitiativen bergen die Grundidee, älteren Menschen durch digitale Angebote die Einbindung in das gesellschaftliche Leben nicht verloren gehen zu lassen. Neben seinen kommunikationstechnischen Angeboten im Online-Bereich für die Teilnehmer am „Silver Surfer“ oder dem Intenettreff ist der Generationentreff seit 2019 ein Standort des Digital-Kompasses im Bundesgebiet. Hier werden die Bürger ohne Voranmeldung zu allen Fragen in der Thematik Internet und Co. beraten. Ein Eisen im Feuer für das Jahr 2020 bleibt für den Verein die in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen University entstehende App der Initiativgruppe Miteinander, einer Plattform zur Konsolidierung des Sozialraums in der Kurstadt.
  • Schließungszeit: Während der Corona-Pandemie hatte das Haus seine Pforten für die Gruppentreffen und Projekte geschlossen, war aber über die geöffnete Geschäftsstelle während der ganzen Zeit telefonisch erreichbar. Gar das Beratungsangebot der IT-Sprechstunde war mitunter per Video-Schaltung für die Mitglieder geboten. Ab dem kommendem Montag wird das Programmsortiment Stück für Stück wiedereröffnet. Dazu gehören die Gruppen des Lustigen Nähkörbchens (Stricken für einen guten Zweck), das Café Mittendrin (Kontakttreff), der Spielnachmittag (gemeinsames Kartenspiel und andere Spiele), die IT-Sprechstunde (Beratung im Online-Bereich) und das Café Malta (Betreuungsangebot für demenzkranke Personen).

Seit 2019 ist der Generationentreff mit seiner Demenz-Initiative ohnehin durch Gesprächskreise für Angehörige von Betroffenen verstärkt auf diesem Gebiet aktiv. Vorerst werden maximal 20 Teilnehmer pro Treffen akzeptiert, beim Café-Mittendrin ist aktuell zunächst eine Teilnehmerzahl von höchsten zwölf Personen vorgesehen. „Wir müssen sehen, wie die Angebote nach der Eröffnung wieder angenommen werden. Sollte die Teilnehmerzahl sehr hoch sein, werden wir das vermutlich über eine telefonische Voranmeldung regeln“, so Angelika Strittmatter vom Vorstandsteam.

  • Förderung: Mit einem leichten Überschuss von etwa 2000 Euro steht der Generationentreff finanziell auf einer soliden Basis. Die Entwicklung von Projekten und das laufende Angebot bleiben aber kostenintensiv. Ein zentraler Stützpfeiler war bisher die Förderung durch das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus des Familienministeriums in Höhe von 40 000 Euro jährlich, 10 000 Euro der Summe werden über die Kommune cofinanziert. Ab 2021 sieht die Förderrichtlinie des Anschlussprogramms „Miteinander – Füreinander“ nun eine jährliche Förderung von bis zu 50 000 Euro bis zum Jahr 2028 vor. Das Bad Dürrheimer Mehrgenerationenhaus wird auch hier mit Anträgen vorstellig und ist finanziell um einen weiteren Faktor mehr gesichert.
  • Satzungsänderung: Die beiden gleichberechtigten, vertretungsberechtigten Vorsitzenden Angelika Strittmatter und Wolfgang Götz wenden bisher ehrenamtlich etwa acht bis zehn Stunden wöchentlich für die Geschäftsführung des Vereins auf. Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung sprach sich die Versammlung für eine Satzungsänderung aus, wonach der Vereinsbeirat künftig über eine monatliche Vergütung der Doppelspitze entscheidet. Diese orientiert sich an den finanziellen Möglichkeiten des Vereins und beträgt auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung maximal 450 Euro monatlich. Zahlreiche Vereine gehen inzwischen aufgrund des Mangels an Ehrenamtlich-Freiwilligen den Weg über finanzielle Anreize zur Übernahme von Führungstätigkeiten. Er habe ein Beispiel für die Vergütung des Koordinators eines Vereins mit unserem Angebot, mit jedoch lediglich 17 Angeboten monatlich, zeigte Götz auf. Dieser koste jenen Verein 44 000 Euro jährlich.