Ende Oktober soll die neue Kindertagesstätte Stadtkäfer eröffnet werden. Der Fertigstellung wird sehnlichst entgegengefiebert, sind die neu geschaffenen Plätze in der Kurstadt doch bitter nötig. Die Krabbelkäfer sind bisher im Untergeschoss des Hotels am Solegarten untergebracht. Einen ausreichend großen Außenbereich gibt es nicht, dazu nur einen Raum mit Tageslicht. Aber nicht nur die Betreuung der Kleinkinder dort, ist überlastet. Insgesamt wird der Bedarf, auch wenn dann 427 Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, langfristig gesehen nicht gedeckt. Darüber wird auch in der heutigen Gemeinderatssitzung zu sprechen sein.

In der Sitzungsvorlage ist von einer Betreuungsquote von 95 Prozent die Rede. Die Quote bestimmt den Anteil von Kleinkindern, für die ein Platz in einer Betreuungseinrichtung zur Verfügung steht. Auf den ersten Blick wirkt die Zahl positiv, doch der Schein trügt. Mit der neuen Kita stehen für die Kernstadt und Hochemmingen 274 Plätze für Kinder über drei Jahren zur Verfügung, 270 Plätze werden im Kindergartenjahr 2018/2019 gebraucht. Für das Jahr 2019/2020 werden jedoch 301 Plätze gebraucht, das ist ein Minus von 27 Plätzen. Erneut müsste dann die Aktivierung der Kleingruppe im Kindergarten Hochemmingen erwogen werden.

Aktuell sind alle Kindergarten-Plätze in der neuen Kita, im Waldkindergarten, im Kindergarten Hochemmingen und im evangelischen Kindergarten am Salinensee vorgemerkt. Einzig im katholischen Kindergarten St. Raphael sind für das kommende Kindergartenjahr noch 15 Plätze in der Regelbetreuung und der Ganztagsbetreuung frei. Abgelehnte Kinder für die neue Kita werden in St. Raphael untergebracht werden, damit wären auch die Kapazitäten dort erschöpft. Die Stadt plant nicht, dass sich der Bedarf in den nächsten Jahren verringern wird.

Noch dringlicher sind Plätze für Kinder unter drei Jahren. Wenn die neue Kita fertig ist, werden 100 Krippenplätze im ganzen Stadtgebiet zur Verfügung stehen. In dieser Zahl ist kein Platzsharing enthalten, bei dem sich Kinder einen Platz aufteilen und auch keine Plätze in der Tagespflege. Die 100 Krippenplätze entsprechen einer Betreuungsquote von 30 Prozent für die Stadt und die Teilorte. Im Landesschnitt wurde schon vor sechs Jahren ein Betreuungsbedarf von 37 Prozent ermittelt, der hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung seither noch gestiegen sein dürfte und es auch weiterhin tut.

Von den 100 Krippenplätzen werden ab Herbst allein in der Kernstadt 90 Krippenplätze zur Verfügung stehen, was einer Betreuungsquote von 40 Prozent dort entspricht, die übrigen zehn Plätze veretilen sich auf die Krabbelkäfer in Biesingen. Aktuell sind alle Plätze in der neuen Kita und im evangelischen Kindergarten am Salinensee sowie in der Krippengruppe Luisenzwerge vorgemerkt. Im katholischen Kindergarten sind für das Jahr 2018/2019 noch ein Platz in der Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten und fünf Ganztagsplätze frei. Die Stadt geht jedoch davon aus, dass diese von Kindern besetzt werden, die anderswo abgelehnt werden.

Bis Mitte Mai sind in der neuen Kita bei 45 Plätzen 55 Kinder über drei Jahren angemeldet worden und bei 52 Plätzen für Kinder unter drei Jahren 58 Kinder.

Mit der Eröffnung der neuen Kita einher, geht ein höherer Personalbedarf. 4,5 Stellen müssen zusätzlich eingeplant werden. Das kostet die Stadt als Träger der Kita rund 235 700 Euro, von denen 37 Prozent, also rund 87 000 Euro durch Zuweisungen und sonstige Zuschüsse gedeckt werden können.

Unterdessen hat das beauftragte Büro Siegmund Landschaftsarchitektur die Außenanlage geplant, die als letzter größerer Bauabschnitt in Angriff genommen wird. Es wird eine neue Rutsche, einen Kletterdschungel, eine neue Federwippe, zwei Nestschaukeln, Kletterwand, zwei Sandkästen, eine Schaukel mit Wippe und verschiedene Sitzgelegenheiten geben.