Der unternehmungslustige Kater Elli hält seine Familie auf Trab und verursachte viel Aufregung. Nachdem er ein halbes Jahr lang spurlos verschwunden war, hat er nun endlich wieder zu seinem Zuhause in Bad Dürrheim zurückgefunden.

"Elli ist eine Rassekatze, eine Heilige Birma", erklärt Michaela Eckerle. Und er sei halt sehr unternehmungslustig, immer auf Streife. Ganz im Gegensatz zu den anderen vierbeinigen Familienmitgliedern, die es etwas ruhiger angehen.

Elli war ein halbes Jahr auf Brautschau

"Eine Ursache mag sein, dass er noch nicht kastriert ist", vermutet Katzenmama Eckerle, der das vergangene halbe Jahr immer noch in den Knochen steckt, genau wie ihren Kindern Alina und Noah. Alle hatten sehr getrauert und nicht damit gerechnet, Elli jemals wiederzusehen.

Eckerles wohnen in der Storchenstraße und haben mehrere Katzen. Rassekatze Elli haben sie in Oberndorf gekauft, nachdem der alte Kater Max überfahren worden und gestorben war. Michaela Eckerle: "Wir haben schon einiges an Tierarztrechnungen für gebrochene Knochen und mehr bezahlt, weil die Katzen hier so oft angefahren werden. Die Autos fahren oft zu schnell."

Kater Elli ist eine reinrassige "Heilige Birma" und mit seinem Entdeckerdrang das typische Sinnbild für eine neugierige Katze.
Kater Elli ist eine reinrassige "Heilige Birma" und mit seinem Entdeckerdrang das typische Sinnbild für eine neugierige Katze. | Bild: Sabine Naiemi

Anbinden könne man die Tiere halt nicht und gerade Elli beschränke sich bei seinen Ausflügen nicht nur auf den großen Garten. Jedenfalls waren alle glücklich miteinander und bis zum Tag seines Verschwindens am 16. September sei Elli nach seinen Streifzügen auch immer nach Hause gekommen.

Sein Ausbleiben versetzte die Familie in helle Aufregung. Alle machten sich auf die Suche nach dem blauäugigen Stromer. Besonders die 13-jährige Alina war total durch den Wind. "Es ging mir so schlecht, dass ich am nächsten Tag nicht zur Schule konnte", erinnert sie sich.

Die Familie suchte fieberhaft nach ihrem Kater

Es wurden Plakate aufgehängt, überall herumgefragt, der Verlust des Katers wurde sofort bei den Tierschutzorganisationen gemeldet, das Kreistierheim in Kenntnis gesetzt. Michaela Eckerle erinnert sich: "Auch in den Tierkliniken haben wir nachgefragt." Nachdem die Samtpfote jedoch unauffindbar blieb und die Kinder so sehr trauerten, entschied sich das Ehepaar Eckerle, eine neue Katze anzuschaffen.

Dann passierte, womit keiner mehr rechnete. Auf einmal ging am 19. März eine WhatsApp-Nachricht auf dem Handy von Michaela Eckerle ein: Der Kater war gefunden. Er befand sich seit einem halben Jahr bei einer Familie in Schwenningen, die ihn im Schwenninger Moos gefunden hatte und davon ausgegangen war, dass es sich bei Elli um ein ausgesetztes Tier handelte.

Die Familie sorgte gut für den Kater, kam nur leider nicht auf die Idee, dass Elli tatsächlich vermisst wird. Wie er bis ins Moos gekommen ist, kann sich keiner erklären. Erst als die Schwenninger Familie selbst ihre andere Katze suchte und dabei auch beim Tierschutzverein unter "Gesucht – Gefunden" nachschaute, stießen die Leute auf Ellis Suchmeldung.

Gechipte oder tätowierte Haustiere können schnell dem Besitzer zugeordnet werden

Theresia Lydia Schonhardt, die Vize-Vorsitzende vom Tierschutzverein Villingen-Schwenningen, will in diesem Zusammenhang auf mehrere Dinge hinweisen: "Eine Fundtieranzeige ist nach Paragraph 965 ff BGB gesetzlich vorgeschrieben", sagt sie. Die Meldung könne bei der Polizei, dem Ordnungsamt oder über den Tierschutzverein erfolgen. Ausfüllen und unterschreiben muss der Finder.

Außerdem appelliert sie an alle Tierbesitzer, ihre Lieblinge unbedingt chipen oder tätowieren zu lassen und natürlich das Registrieren bei Tasso und dem Deutschen Haustierregister nicht zu vergessen. Das ist kostenlos. Schonhardt: "Ein gechiptes Tier, das nicht registriert ist, kann nicht seinem Besitzer zurückgeführt werden."

Gechipt und tätowiert wird Elli nun auch schnellstmöglich. Und kastriert wird er. Einerseits, um der unkontrollierten Katzenvermehrung entgegenzuwirken, andererseits weil die Katzen erwiesenermaßen dadurch ruhiger werden. Auch ihre anderen Katzen lässt die Familie kennzeichnen. Denn solch eine Zeit will keiner der tierlieben Familienmitglieder mehr erleben – auch nicht Mops Joy, der einzige Hund im Rudel.