Warum ist Tierschutz in Rumänien erforderlich und warum gibt es dort unzählige Straßenhunde?

„Das ist ein Resultat aus der Zeit des ehemaligen Machthabers Nicolae Ceausescu„, erklärt Anette Müller. Der regierte Rumänien von 1965 bis 1989. Um die Industrialisierung des Landes voranzubringen, habe er die Bewohner vom Land in die Städte umgesiedelt. Dadurch verhungerten unzählige Tiere, Hunde und Katzen hätten sich durchschlagen können, vermehrten sich aber über viele Jahre hinweg ungehindert. Zwar gebe die Europäische Union Gelder, um dieses Problem anzupacken, aber in Wirklichkeit werde dieses Geld oft zweckentfremdet. Die Hunde würden vielfach eingefangen, in städtische Shelter geworfen, wo sie elend dahinvegetieren und nicht selten auch getötet würden. Die Armut in Rumänien ist groß.

Das Leben in Rumänien ist von Armut geprägt.
Das Leben in Rumänien ist von Armut geprägt. | Bild: Norbert Müller

Durch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, durch Vermittlung von Hunden und Katzen sowie durch kostenlose Kastrationen werde dieses Tierleid maßgeblich gelindert. „Das Tierheim Smeura in Pitesti leistet hier sehr wertvolle Arbeit“, erklärt das Ehepaar Müller. Nicht nur im Tierheim selbst, sondern auch mit dem Kastrationsmobil unterwegs werde versucht, die unheilvolle Ausbreitung ungewollter Hunde und Katzen in den Griff zu bekommen.

„Bei unserem Besuch in der Smeura konnten wir durch unsere Mitarbeit ein wenig helfen und das Leid der Tiere zumindest ein wenig lindern durch Streicheln, Beschäftigung, Füttern und Ausführen. Die vielen Hunde und Katzen haben unseren Einsatz so dankbar angenommen.

Spendenübergabe in einem der Schutzcamps.
Spendenübergabe in einem der Schutzcamps. | Bild: Norbert Müller

Die Geldspenden werden vor Ort direkt übergeben. Gerade die Frauen, welche die Schutzcamps betreuen, sind dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die Tierarztkosten bezahlen zu können. Auch für Futter- und Sachspenden sei man dort unglaublich dankbar.

Etliche tausend Tiere warten in Rumänien auf ein gutes Zuhause.
Etliche tausend Tiere warten in Rumänien auf ein gutes Zuhause. | Bild: Norbert Müller

„Uns ist klar geworden, dass wir da weiter helfen wollen“, erklären Anette und Norbert Müller. Man muss im Leben auch etwas geben. Trotz der manchmal sehr schwierigen und bedrückenden Momente, gebe diese Arbeit unglaublich viel. Die entgegengebrachte Dankbarkeit von Tier und Mensch sei unglaublich. Ende Juli fährt das Ehepaar Müller wieder nach Rumänien und bittet dafür um Sach-, Futter- oder auch Geldspenden. Diese können persönlich abgegeben oder an die Tür gestellt werden.

Sie könne übrigens die Tiervermittlung aus Rumänien nur empfehlen, erklärt Anette Müller. Alle Tiere seien medizinisch versorgt, geimpft, kastriert und gechipt. Die Charakterbeschreibungen auf der Internetseite des Tierheims sei sehr genau.

Anette Müller unterstützt mit Rat und Tat bei der Vermittlung von Tieren aus Rumänien. Man kann sich jederzeit diesbezüglich mit ihr in Verbindung setzen, Telefon 0171/2 02 26 77.