Halbzeit beim Projekt "museum4punkt0": Für das Team, das die Digitalisierung im Fastnachtsmuseum Narrenschopf vorantreiben soll, ist es Zeit Revue passieren zu lassen, was schon geschafft wurde und was bis zum Projektende im April 2020 noch auf der Agenda steht. In dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Verbundprojekt, an dem noch vier weitere Museen deutschlandweit teilnehmen, sollen digitale Strategien entwickelt werden, die auch auf andere Museen übertragen werden können. Noch in diesem Jahr sollen drei Stationen mit Virtuality-Reality-Brillen in den Kuppeln des Museums eingerichtet werden, an denen Besucher Umzüge oder andere Veranstaltungen der Region durch 360-Grad-Filmaufnahmen fast hautnah erleben können. Damit ist erster großer technischer Schritt getan, Anfang 2019 soll mit einer 360-Grad-Kuppel-Projektion, die dann in die Testphase gehen könnnte, ein nächster folgen.

Im Chat über Fastnacht austauschen

Außerdem sollen Interessierte ab Januar 2019 auf der Museumshomepage über einen virtuellen Kommunikationsraum, einen Chat quasi, virtuell miteinander Erfahrungen austauschen können. Eine weitere Idee an der gerade gearbeitet wird, ist eine virtuelle Fastnachtsband. Das Projektteam hat dafür ein Liedstück vorbereitet, die dazugehörigen Noten sollen auf der Museumshomepage hochgeladen werden. Engagierte Musiker und Fastnachtsliebhaber können diese mit einem beliebigen Instrument nachspielen und ein Video ihres Beitrages an das Museum schicken. Die Mitarbeiter werden dann aus den eingesandten Beiträgen ein Musikstück zusammenschneiden.

Redakteurin Anna-Lena Stauder probiert aus, was Besucher künftig an drei verschiedenen VR-Stationen im Museum zu sehen bekommen.
Redakteurin Anna-Lena Stauder probiert aus, was Besucher künftig an drei verschiedenen VR-Stationen im Museum zu sehen bekommen. | Bild: Stauder, Anna-Lena

Mobile Kuppel-Projektion schneller realisierbar

Eine Kuppel-Projektion soll schon bald durch eine Metallkonstruktion, die mit Kunststoff bespannt wird, möglich sein. Dem Team um den technischen Leiter, Ullrich Dittler, schwebt eine Größe von acht Metern Durchmesser vor. Die Konstruktion wird nicht fest verankert, sondern ist semi-permanent, das heißt sie kann nach Bedarf im Innenraum oder außen vor dem Museum aufgestellt werden. Die 360-Grad-Projektionen eignen sich besonders für Gruppen wohingegen die VR-Brillen den Einzelbesuchern ein besonderes Erleben ermöglichen sollen.

Der Projektverantwortliche Roland Wehrle betont, wie gerne das Team außerdem den großen Kuppelbau, der als architektonisches Alleinstellungsmerkmal des Museums gilt, für eine Projektion nutzen würde. "Es wäre schön, wenn wir das wie ein Planetarium bespielen könnten", sagt Wehrle. Doch dafür reicht das Projektbudget in Höhe von einer Million Euro nicht aus. Für eine Bespannung mit 20,5 Metern Durchmessern müssten alleine bis zu 1,6 Millionen Euro aufgebracht werden. Dafür ist das Team auf Industriespenden angewiesen.