Eine Sprechstunde zwischen Marktbuden, zu der hatte Bürgermeister Walter Klumpp am Freitag geladen. Direkt vor dem Rathaus hatte das Stadtoberhaupt sich, mit Stift und Block bewaffnet, positioniert. Um ihn herum herrschte buntes Marktreiben. Zwischen Gemüse- und Metzgerstand kamen direkt um 10 Uhr bereits erste Bürger mit ihren Anliegen auf ihn zu. Das Thema Verkehr brannte vielen Bürgern unter den Nägeln. Trotz der Gesamtzone 30 würden viele Autofahrer in der Kurstadt zu schnell fahren. "Da sind Rennfahrer unterwegs", brachte es ein Anwohner der Salinenstraße auf den Punkt, der täglich mitbekommt, was dort gegeben ist.

Besonders die Stelle, an der der Alleenweg die Salinenstraße kreuzt, ist dem Mann ein Dorn im Auge. Denn Schüler, die zum Schwimmunterricht vom Stadtkern zum Minara oder zum Jugendhaus unterwegs seien, hätten hier zeitweise kaum eine Chance die Straße ungehindert zu überqueren. Der Anwohner, der anonym bleiben wollte, regte an, dort einen Zebrastreifen anzulegen, wie es wenige hundert Meter weiter auf Höhe der Salinensporthalle einen gibt. Walter Klumpp nahm die Anregung auf seinem zurechtgelegten Block auf, das Thema sei neu für ihn. Er wolle es in die nächste Verkehrsschau mitaufnehmen. Auch der Punkt, dass sich der Alleenweg zur befahrbaren Strecke für Autos entwickelt habe, nahm das Stadtoberhaupt auf. "Es braucht allerdings Nachweise, die müssen geführt werden", sagte Klumpp.

Dass sich die Verkehrssituation nach der Fertigstellung der Kita verschärfen werde, befürchtet auch Christa Mätzig. Die Seniorin will von Klumpp wissen, wie die fertige Zufahrt zur Einrichtung aussieht und ob man beachtet habe, dass Eltern ihre Kinder sicher abliefern können. "Genau an dieser Stelle der Straße fangen die Leute an zu beschleunigen", gab Mätzig zu bedenken. Sie hatte einen weiteren Kritikpunkt: "Der Parkplatz an der neuen Kita gleicht einem Morast." Wenn es regnet, werde es dort schmutzig und die Eltern lassen ihre Kinder an der Straße raus, prophezeit sie. Walter Klumpp muss passen, er müsse sich die Erschließungspläne noch einmal genau anschauen. Er verspricht aber, dass der Parkplatz, der nun durch die Bauarbeiten an der Kita in Mitleidenschaft gezogen wurde, wieder hergerichtet wird.

Freude über Rückkehr des Bürgermeisters

Neben den verschiedenen Verkehrsthemen war es den Bürgern wichtig, dem Bürgermeister nach seinem Herzinfarkt, den er im Mai erlitten hatte, Grüße zu überbringen. "Schön, dass Sie wieder da sind", sagte Doris Schleeh. Immer wieder schüttelte das Stadtoberhaupt Bürgern die Hand, die sich über seine Rückkehr ins Rathaus vergangenen Monat freuten.

Nicht nur Auto-, auch Fahrradfahrer wurden von den Bürgern vor Ort in die Mangel genommen. Insbesondere in der Friedrich- und Luisenstraße müsse man Angst haben, von ihnen angefahren zu werden, mahnte ein Bürger. Die Schilder mit dem Hinweis "Bitte-Absteigen" würden keine Wirkung zeigen. Klumpp verwies auf zusätzliche Gemeindevollzugsdienstler, die die Stadt angestellt habe. Vier arbeiten derzeit im Dienst der Stadt, darunter drei stundenweise und einer in Vollzeit. "Das Thema ist uns bekannt", sagte Klumpp. Doch mehr als reglementieren, könne man nicht.