Es war zu jener Zeit, als sich die Initiativen zum bürgerschaftlichen Engagement in Bad Dürrheim gründeten. Helfen und Gutes für andere tun, stand um den Jahrtausendwechsel verstärkt im Vordergrund. Und genau in dieser Zeit taten sich die Bad Dürrheimer Karl Heinz Hornberger, Guido Rebholz und Sigi Schmitz zusammen, um den örtlichen Veranstaltungskalender aufzupeppen.

Das, was mit ihrer Idee begann, entwickelte sich zu einem, wenn nicht dem, Publikumsmagneten der gesamten Region: Jedes Jahr kommen mehrere tausend Besucher in die Kur- und Bäderstadt am Rande des Schwarzwaldes zum Internationalen Bad Dürrheimer Ballonfestival. Auch heute, 14 Jahre später, wird das Festival noch immer ehrenamtlich organisiert.

Ein engeres Organisations-Team, bestehend aus zehn Personen, erbringt mit den Planungen das Jahr über alleine tausend ehrenamtliche Stunden, weiß Hauptorganisator Joachim Limberger. "Darüber hinaus werden direkt vor und während des Festivals rund 100 Personen benötigt, die zusammen rund 500 Stunden erbringen."

Als Hornberger, Rebholz und Schmitz vor 15 Jahren beisammen saßen, sahen sie vermutlich einen einsamen Ballon am Himmel. "Wahrscheinlich fuhr diesen Richard Bölling aus Brigachtal", erzählt Hauptorganisator Michael Rebholz. Keiner konnte zu diesem Zeitpunkt erahnen, was dieser Moment für Konsequenzen haben würde. Die drei Bad Dürrheimer waren sich einig, "dass so ein einsamer Ballon wohl Gesellschaft bräuchte," beschreibt es Michael Rebholz schmunzelnd.

Denn, sämtliche Veranstaltungen gab es bereits in Bad Dürrheim, ein Heißluftballontreffen in der weiten Umgebung jedoch nicht. Um den Ortsteilen mehr Bedeutung zu schenken, es dort einerseits keine Großveranstaltungen und andererseits viel Platz gibt, sollte das Ballonfestival auf der Ostbaar stattfinden. Doch wie sich herausstellte, fehlte für eine Veranstaltung der Größenordnung die Infrastruktur, sodass man sich als Veranstaltungsort den südlichen Kurpark der Kernstadt aussuchte.

Die ersten Vorbereitungen stockten, sodass sich das Gründungstrio junge Unterstützung durch die fest- und organisationserprobten Michael Rebholz und Joachim Limberger an Bord holte. Die Senioren-Generation zog sich im Laufe der Jahre zurück, die junge Generation übernahm. Während der Anfangs-Planungen stieß Ballonfahrer Bölling hinzu, im September 2002 konnten nach diversen Startschwierigkeiten 40 Ballonfahrer-Teams das erste Ballonfestival in der Kur- und Bäderstadt begehen. Rund um diese Teilnehmerzahl hat es sich bis heute eingependelt. Trotz der mehrjährigen Erfahrung ist das Stemmen des Festivals noch immer ein Kraftakt.

Doch wie gelingt das trotzdem? Joachim Limberger sagt: "Ich denke, das geht nur, wenn sich die Helfer selbst mit der Sache identifizieren. Die Faszination für den Ballonsport treibt viele an, Jahr für Jahr wieder zu helfen." Den "unerschütterlichen Willen, die Idee umzusetzen, gegen alle Widerstände", nennt Michael Rebholz zudem. Außerdem sei man auf die Helfenskraft der örtlichen Vereine angewiesen, auf Freunde, Verwandte, die neben dem normalen Job ihre Freizeit aus Idealismus opfern.

Trotz Begeisterung und Freude kommen die Organisatoren auch immer wieder an den Punkt, an dem die Motivation fehlt. "Insbesondere, wenn Petrus mal wieder meint, ausgerechnet am ersten September-Wochenende verrückt spielen zu müssen", sagt Limberger. Michael Rebholz ergänzt: "Und wenn wir wieder einmal Geld drauf gelegt haben." Dieser Frust verfliege aber spätestens dann, "wenn man die vielen begeisterten Besucher sieht und den Spaß, den so viele am Festival haben, dann sind diese Gedanken schnell wieder beiseite."

 

Das Festival

Das 14. Internationale Ballonfestival findet vom Freitag, 2. September, bis Sonntag, 4. September, in Bad Dürrheim statt. Los geht es am Freitag gegen 17 Uhr mit dem ersten Ballonstart, ab 19 Uhr steht die bayrische Hüttengaudi an, ab 21.30 Uhr ist der Candle Light Glow. Am Samstag steigen gegen 7 und 17 Uhr die Ballone, ab 14 Uhr beginnt das Programm auf dem Festplatz, auch für Kinder. Die große Nacht der Ballone beginnt mit der Bregi House Band um 18 Uhr, gegen 21.

30 Uhr startet der Höhepunkt des Festivals: Ballonglühen und Brillant-Feuerwerk. Es schließt sich eine Dancenight an. Der Sonntag steht mit Ponyreiten, Kletterwand und Quad-Fahren ab 13.30 Uhr im Zeichen der Familien. Zwei Ballonstarts (7 und 16 Uhr) sind geplant. Der Eintritt kostet für alle drei Tage sieben Euro.