Seit 2003 ist die Pianistin Kyung-A Lee aus Südkorea regelmäßig Gast bei der Konzertreihe Klassik Live der katholischen Kurseelsorge Bad Dürrheim. Ihr Auftauchen ist stets mit einem übervollen Konzertsaal im Hotel am Solegarten verbunden, besonders wenn ihr Name im Zusammenhang mit dem einstigen Virtuosen Frédéric Chopin auf einem Flyer gemeinsam zu lesen ist.

„Mitten in der Ferienzeit 96 Gäste, das ist schon beeindruckend“, sagt Organisator Ernst Lutz. Etwa 50 Hörer seien bei der Konzertreihe, bei der kein Eintritt erhoben wird, die Regel. „Eine Hommage an Frédéric Chopin„ lautete der Titel des Abends. Selbst unter den Titanen der Komponisten für das Klavier ist der Name Chopins mit einem besonderen Akzent auszusprechen. Hier fließen die Sechzehntel- und Zweiunddreißigstelnoten in sehr dichte, musikalische Gefüge.

Gefühlvolles Klavierspiel wird mit geschlossenen Augen genossen

"Voller Gefühl, Temperament und Esprit, mit viel Anspruch. Nur die ganz großen Interpreten wagen sich an Chopin", konstatiert Ernst Lutz. Die Klaviermusik für laue Sommerabende verfolgten die meisten Gäste im Solegarten mit geschlossenen Augen, oder blickten mit angestrengter Konzentration dem Notensturm entgegen. Nach dem vierten Satz der Sonata Nr. 2 in B-Moll wurde der Applaus von lauten Zurufen der Anerkennung begleitet.

Hochkarätige Musiker sind in der Kurstadt zu Gast

Trotz internationalem Renommee und mehrfacher Dozententätigkeit in ihrer südkoreanischen Heimat hält Lee der Kurstadt seit ihren Studententagen die Treue. Eine Seilschaft an zahlreichen hochkarätigen Musikern ist im Laufe der Zeit bei der Konzertreihe seit ihren Anfangszeiten vor über 40 Jahren entstanden. Lee gastiert aktuell für eine kleine Konzertrundfahrt in Paris und ist eigens für Klassik Live für einige Tage aus der Weltmetropole nach Bad Dürrheim angereist.

Die Konzertreihe versteht sich durch ihre hochqualitativen Musikdarbietungen nicht nur als Begleiter in der Genesung der Kurgäste. Ohne Eintritt können die Gäste hier absolute Spitzenmusik live hören. „Die Spendenbereitschaft an Honorar ist enorm, heute sind etwa 400 bis 500 Euro zusammengekommen“, gibt Lutz erfreut bekannt.