So richtig zufrieden war der Gemeinderat mit der Präsentation beziehungsweise Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung des Büros Plan-Kooperativ zur Stadtentwicklung nicht. Von Wolfgang Kaiser (LBU) hagelte es gar massive und deutliche Kritik. Zahlreiche Bürger hatten sich zur Gemeinderatssitzung eingefunden, um die Präsentation zu verfolgen. Auf den Gemeinderat kommt in den nächsten Monaten jede Menge Arbeit zu.

Bürgermeister Jonathan Berggötz wies zunächst darauf hin, dass manches über die Stadt in der Umfrage viel negativer herauskomme als es tatsächlich sei. Die Stadt stehe um einiges besser da. Der Begriff „Verkehrschaos“ sei übertrieben, das sehe er für andere Städte, jedoch nicht für Bad Dürrheim. Und mit dem Thema „Zielkonflikte“ würden sich die Gremien tagtäglich auseinandersetzen.

Als ersten Kritikpunkt griff Kaiser die Schwierigkeiten für Handy-Benutzer auf, die nicht auf die Online-Befragung zugreifen konnten. „Das darf einem solchen Fachbüro nicht passieren!“ Die schlechte Leistung gehe in der Präsentation weiter, so Kaiser. Die Zusammenfassung selbst und das „Destillat“ (eine zusammenfassende Folie die den Ratsmitgliedern nicht vorlag) stehe im diametralen Gegensatz zu dem, was in der Umfrage angegeben ist. Er sehe in der Methodik der Zusammenfassung dramatische Fehler, da Punkte als relevant aufgeführt würden, die jeweils von lediglich ein oder zwei Personen angesprochen wurden. Kaiser monierte knallhart „eine schlechte Auswertung einer sinnvollen Umfrage“. Er hätte gerne ein „Ranking“ nach Quantität der Angaben und eine Pro-Kontra-Liste der am häufigsten angesprochenen Themen, so dass sich der Gemeinderat nicht noch mühselig alle Angaben zur Erarbeitung des Eckpunktepapiers für den städtebaulichen Wettbewerb zusammensuchen müsse. Matthias Burgbacher von Plan-Kooperativ argumentierte dagegen, dass die Ausarbeitung sehr wohl eine zahlenmäßige Auswertung beinhalte.

Auch Angelika Strittmatter (LBU) bemängelte, dass nicht direkt ersichtlich sei, welche Themen am häufigsten angesprochen wurden. Heinrich Glunz (CDU) stimmte zu, dass der Gemeinderat seit Generationen mit Zielkonflikten umgehe, auch er wies auf die hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt hin. Die Ergebnisse der Beteiligung müssten sehr genau diskutiert werden. Manches stimme nachdenklich, wisse man doch, dass es Gruppen in Bad Dürrheim gibt, die vorgeben für alle Bürger zu sprechen. Für Barbara Fink (CDU) war verwunderlich, dass Rohdaten und Auswertung nicht immer zusammenpassen. In den Kategorien gebe es viele Schnittmengen, die zu verschiedenen Gebieten gehören, was das Ergebnis verfälsche. Auch Derya Türk-Nachbaur (SPD) war der Meinung, dass die Ausarbeitung nicht unbedingt die Essenz der Rohdaten wiedergebe. Sie lobte, die Beteiligung der Bürger. Auch Andrea Kanold (FDP) erklärte, sie hätte sich ebenfalls eine stärkere Gewichtung gewünscht. Wir berichten weiter.

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