Die Stadt hat bis heute 140 Flüchtlinge aus elf Nationen aufgenommen, 45 von ihnen sind schon wieder weg, durch Wegzug, Abschiebung, freiwillige Rückreise, oder sind untergetaucht. Für 2018 hat die Stadt eine Aufnahmeverpflichtung von 48 Personen zu erfüllen. Bis jetzt habe die Verwaltung 21 Neuzuweisungen aufgenommen, 27 Personen werden noch folgen. Das berichtete Sybille Baumeister von der Stadtverwaltung bei der jüngsten Verwaltungsausschusssitzung.

Nach anfangs dezentraler Unterbringung musste im November 2016 das Albert-Schweitzer-Haus angemietet werden, zwischenzeitlich mussten auch Flüchtlinge in Sunthausen und Öfingen untergebracht werden. Für die noch 27 zu erwartenden Flüchtlinge stehen als Wohnraum die Hofstraße 7 und 7a sowie die kirchliche Wohnung im Johanniterweg 13 zur Verfügung. Die Wohnung im Johanniterweg werde gerade renoviert und soll dann einer siebenköpfigen Familie aus Afghanistan Platz bieten, berichtete Sybille Baumeister weiter.

Für 2019 könnten derzeit keine Prognosen gemacht werden, so Sybille Baumeister. Das hänge davon ab, ob sich die politischen Unruhen verschärfen. Die Erstaufnahmestelle in Donaueschingen soll bis 31. Dezember 2019 geöffnet bleiben. Sollten sich die Flüchtlingsströme verstärken, würden in den Kommunen weitere Unterbringungsplätze benötigt. Dem heutigen Stand nach habe die Stadt ab 2019 keine weiteren Aufnahmekapazitäten mehr. Im Hinblick auf künftige gelingende Integration – Flüchtlinge suchen dringend privaten Wohnraum in der Kernstadt – sprach die Sozialarbeiterin außerdem den Wohnungsmangel in Bad Dürrheim an und wies darauf hin, dass die Gemeinde das Thema "sozialen Wohnungsbau" in Betracht ziehen sollte.

Sie sei Wegweiserin, Koordinatorin, Türöffnerin und Netzwerkerin beschrieb die Integrationsbeauftragte Vera Jovic-Burger ihre Tätigkeit. Das Problem sei nicht etwa die Zahl der Flüchtlinge selbst, sondern dass zum Beispiel im Albert-Schweitzer-Haus zwölf verschiedene Nationen miteinander auskommen müssten und die Herausforderungen durch die psychischen Belastungen, welche die Flüchtlinge im Rahmen ihrer Anerkennungsverfahren durchmachen. So nehme in ihrem riesigen Aufgabengebiet neben umfangreicher Kooperationsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit das Konfliktmanagement und die Krisenintervention einen großen Raum ein.