Die große 1250-Jahr-Feier Baldingens beschäftigen nicht nur die verschiedenen Arbeitsgruppen, sondern auch die Schüler der Ostbaarschule. Im Hinblick auf das Ortsjubiläum bekommen sie während der jährlich stattfindenden Projektwoche das Mittelalter nähergebracht.

„Wir dachten, das wäre ein tolles Thema für die diesjährige Projektwoche. So lernen die Kinder zum einen, wie die Menschen damals gelebt haben, zum anderen verstehen sie auch besser, was es mit den Jubiläumsfeierlichkeiten am kommenden Wochenende auf sich hat“, berichtet Patrizia Schneider vom Schulleitungsteam der Ostbaarschule.

Während die Viertklässler ihre Abschlussfeier planen, die am 25. Juli stattfinden wird, wurden die Kinder der ersten bis dritten Klasse in vier Gruppen unterteilt. Innerhalb der vier Projekttage wechseln die Gruppen jeden Tag zu einem anderen Thema, das von den Lehrerinnen und Lehrern der Ostbaarschule gemeinsam erarbeitet und angeboten wird.

Enrique Rodin ist hier als Ritter unterwegs, der mit seiner Lanze das Ziel anvisiert.
Enrique Rodin ist hier als Ritter unterwegs, der mit seiner Lanze das Ziel anvisiert. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Die erste Gruppe beschäftigt sich mit Rittern, Gauklern und der Schreibweise im Mittelalter. Birgit Stadler, die im normalen Leben Sport unterrichtet, ließ die Kinder zum Beispiel mit Tretrad, Helm und Lanze aufgehängte Platten aufspießen. Sie zeigte ihnen, wie man im Nahkampf mit Stöcken besteht und welche Wurftechnik dazu führt, die Dosenpyramide möglichst mit einem Wurf abzuräumen. „Wir haben aufgrund der Hitze auf Ritterrüstung und echte Pferde verzichtet. Aber auch so macht es den Kindern enorm viel Spaß“, erzählt die Lehrerin mit einem Schmunzeln.

Karoline und Guilia werden im Nahkampf geschult und messen sich gerade mit Stöcken.
Karoline und Guilia werden im Nahkampf geschult und messen sich gerade mit Stöcken. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Währenddessen stellt Anja Uffelmann mit dem zweiten Teil der Gruppe Urkunden her, die in mittelalterlicher Schrift die Teilnahme an der Projektwoche bestätigen. „Mit Tintenfass und Feder zu schreiben bedeutet für die Kinder eine ganz schöne Umstellung. Man muss immer von oben nach unten schreiben, weil sonst die Feder kratzt und das Schriftbild nicht schön wird“, erklärt sie.

Momo schreibt mit Tinte und Feder in mittelalterlicher Schrift ihre eigene Urkunde.
Momo schreibt mit Tinte und Feder in mittelalterlicher Schrift ihre eigene Urkunde. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Kerstin Sauser und Yvonne Schnee-Hauger lassen ihre Gruppe ein altertümliches Gemälde erstellen. Mit Acryl werden Burgen gestempelt und anschließend mit bunten Papierschnipseln verziert. „Dass hierbei so manche Farbe nicht nur auf dem Papier landet, ist klar“, erzählt Kerstin Sauer und kann gerade noch eines der Bilder retten, das vom Wind erfasst und beinahe davongeweht worden wäre.

Nele und Sofia mit ihren Burgen, die sie noch mit bunten Papierschnipseln verzieren.
Nele und Sofia mit ihren Burgen, die sie noch mit bunten Papierschnipseln verzieren. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Nadine Backfisch bastelt mit ihrer Gruppe einen Lederbeutel, der später entweder als Geldbeutel genutzt oder zu einem innenliegenden Mühlespiel umfunktioniert werden kann. Die 22 Kinder dieser Gruppe stanzen eifrig Löcher in das Leder, stellen selbst Kordeln her und dürfen dann noch Geldstücke oder eben Mühlesteine anfertigen.

Momo schreibt mit Tinte und Feder in mittelalterlicher Schrift ihre eigene Urkunde.
Momo schreibt mit Tinte und Feder in mittelalterlicher Schrift ihre eigene Urkunde. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Bei der letzten Station werden unter der Anleitung von Stephanie Greiner Wappen hergestellt. „Wir haben uns zunächst die Wappen der Gemeinden Ober- und Unterbaldingen angeschaut und den Kindern erklärt, was darauf zu sehen ist, was für eine Bedeutung die Tiere darauf haben und welche Farben Verwendung fanden. Im Anschluss dürfen die Kinder nun ihr eigenes Wappen herstellen“, berichtet Stephanie Greiner.

Alle Kinder sind mit Feuereifer dabei und freuen sich riesig über die Abwechslung zum normalen Schulalltag. „Uns ist dabei wichtig, den normalen Klassenverbund aufzubrechen“, erzählt Patrizia Schneider. So werden die Kinder der ersten, zweiten und dritten Klasse bunt durcheinandergemischt und lernen auch die anderen Schüler besser kennen. „Der Austausch zwischen den Schülern klappt hervorragend und unserer Meinung nach verbessert und bereichert dies den normalen Schulalltag auch ungemein.“

In der ersten Stunde jeden Tages proben die Kinder übrigens für ihren Auftritt bei der 1250-Jahr-Feier. Patrizia Schneider verrät, dass ein eigens für das Jubiläum gedichtetes Lied auf die Melodie von Helene Fischers Song „Atemlos“ uraufgeführt wird. Beim Festakt werden demnach die Kinder davon singen, wie „sauwohl“ sie sich in Baldingen fühlen.