Lange warb die Kur- und Bäder GmbH als Tochter der Stadt Bad Dürrheim damit, dass der Kurort gleichzeitig Deutschlands erster Clubort sei. Nun soll das Wörtchen "Club" langsam abgestreift werden, denn wie Touristikfachfrau Andrea Meiers von der Kur- und Bäder GmbH erklärt, habe der Begriff immer wieder zu Missverständnissen geführt. Touristen hätten nach Eintrittsbändeln für eine Einrichtung, die es gar nicht gibt, gefragt. Andrea Meiers und ihr Team mussten immer wieder erklären, dass es sich nicht um eine Einrichtung wie einen Golf-Club handle, sondern um verschiedene Angebote und Rabatte, die unter dem Überbegriff "Club" zusammengefasst wurden.

Das Konzept dahinter ist erfolgreich: Gästekarten, Einwohnerkarten und auch der Club-Taler werden gut angenommen. Daran soll festgehalten werden, nur der Name soll weichen. Teilweise ist das schon geschehen. Für den Club-Taler, der auch Einwohnern zugute kommt, muss noch ein neuer Name gefunden werden. Das Team um Andrea Meiers freut sich über Vorschläge aus der Bürgerschaft und von Touristen. Bis der Begriff "Club" überall auf Broschüren, Katalogen und Fahrzeugen verschwunden ist, wird es aber noch rund drei Jahre dauern. "Das alles ist ein Prozess und geht nicht von heute auf morgen", sagt Meiers.

Auch, wenn der Club-Taler, eine eigens geprägte kupferfarbene Münze, die etwas größer als eine Zwei-Euro-Münze ist, vorwiegend von Touristen genutzt werde, betont Andrea Meiers, dass auch Besitzer einer Einwohnerkarte Club-Taler kaufen können, um zu Preisvorteilen in Hotels und Gaststätten zu kommen. Es machen 31 Betriebe in Bad Dürrheim mit, darunter das Bistro Matissé, das Hotel Soleo und der Gasthof Rössle. Auch in den Teilorten zieht man mit. In Hochemmingen nehmen drei Betriebe, in Öfingen einer, zwei in Unterbaldingen, vier in Oberbaldingen und einer in Sunthausen teil.

Der Club-Taler kann im Haus des Gastes oder bei Hotels und Pensionen gekauft werden. Er kostet fünf Euro und hat einen Wert von sechs Euro. Maximal können zwei Club-Taler pro Person und pro Bestellung eingelöst werden. Eine Übersicht der Gastronomen, bei denen mit dem Club-Taler bezahlt werden kann, ist im monatlichen Magazin "Mein Bad Dürrheim" einsehbar, das Besitzer einer Einwohnerkarte kostenlos nach Hause geliefert bekommen.

Eine Einwohnerkarte kostet 49 Euro und gilt ein Jahr lang. Bürger der Kernstadt und der Teilorte können sie mit Nachweis ihres Wohnortes erwerben. "Aktuell im Umlauf sind zwischen 120 und 130 Einwohnerkarten", sagt Andrea Meiers. Darunter seien viele Stamm-Kartenkäufer, also Bürger, die sich die Karte Jahr für Jahr gönnen, um die wöchentlichen Radtouren, Wanderungen und andere Angebote aus dem Animationsprogramm zu nutzen.