Der Kurpark ist eine einzige blühende Augenweide, Erlebnispark und bezaubernde Oase für die Sinne. Die Blütenpracht im Kurpark entzückt nicht allein. Ebenso die beeindruckende Außenlandschaft im Solemar, in der Bambuspflanzen und riesige Palmen das Gefühl vermitteln, an einem paradiesischen Strand zu sein. Für diese Sinnenfreude zeichnet ein Team von sieben Leuten verantwortlich – die Mitarbeiter der Kurgärtnerei.

Und die haben stramm zu tun, denn alles sieht nur so gut aus, weil es entsprechend gepflegt wird. Der Aufwand ist beachtlich, sagt Ralf Kienzle, seit 2001 Leiter der Kurgärtnerei. Er zählt auf, für was die Kurgärtnerei alles zuständig ist: die Innenraumbegrünung des Solemars und des Kurhauses, die Außenbepflanzung des Solemars, die Strandlandschaft und Innenraumbegrünung im Minara, das Kurhaus sowie das Haus des Gastes. Dazu kommen insgesamt 16 Hektar im gesamten Kurpark einschließlich Minigolfanlage.

Die üppig und fantasievoll bepflanzten Blumenbeete im Kurpark sind eine weit über die Region hinaus bekannte Augenweide. Bild: Sabine Naiemi
Die üppig und fantasievoll bepflanzten Blumenbeete im Kurpark sind eine weit über die Region hinaus bekannte Augenweide. Bild: Sabine Naiemi

"Wir sind allein drei komplette Vormittage pro Woche im Solemar damit beschäftigt, die Pflanzen zu pflegen, auszuputzen und zu gießen", erklärt Kienzle. Im Außenbereich müssen die Pflanzen gegossen werden, Rasen ist zu mähen. Rund 40 Palmen in ihren Kübeln lechzen nach Aufmerksamkeit und Wasser. Kienzle: "Wenn es heiß ist, brauchen wir etwa 15 000 Liter Wasser pro Tag, um alles zu gießen." Das Wasser stamme aus einer alten Quelle bei der Kurgärtnerei. Täglich werden auch während der Sommerzeit die Spielflächen gereinigt. Daneben gilt es, die Rasenflächen zu mähen und Unkraut zu jäten. Dazu komme das Heckenschneiden sowie die Baum- und Gehölzpflege.

Bei der Bepflanzung der Beete im Kurpark lasse er den jeweiligen Mitarbeitern freie Hand zur Entfaltung, erklärt Kienzle. Wie sich zeigt, schöpften diese aus dem Vollen und geben ihrer Phantasie auf bezaubernde Weise Raum. Einträchtig thronen also Mangold und Zierkohl als Blickfang über der üppigen Blütenpracht. "Alles was sich in den Beeten befindet, wird aus Saatgut selbst gezogen, höchstens als bewurzelter Steckling dazugekauft", sagt Zierpflanzengärtner Kienzle. Die Pflanzenzucht findet in den drei Gewächshäusern der Kurgärtnerei auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern statt.

Der Kurgarten mit seiner üppigen Beetbepflanzung ist dank der Arbeit der Gärtnerei eine einzige Augenweide.
Der Kurgarten mit seiner üppigen Beetbepflanzung ist dank der Arbeit der Gärtnerei eine einzige Augenweide.

Der Arbeitsablauf in der Gärtnerei wird von den Jahreszeiten diktiert: Im Winter werden die eingelagerten Bänke repariert, soweit möglich erfolgen Gehölzpflege und Baumschnitt. Mitte Februar wird in den Gewächshäusern mit der Anzucht der Pflanzen begonnen. Im April/Mai beginnen die Gärtner mit der Pflanzung des Sommerfloors. Während der Sommermonate wird alles gepflegt. Ende September – nachdem die Beete gesäubert sind – werden 30 000 Stiefmütterchen sowie 15 000 Tulpen- und Narzissenzwiebeln gepflanzt. Bevor die sieben Gärtner sich Ende Oktober/Anfang November an die Weihnachtsbaum-Dekoration begeben, wird die Solemar-Außenlandschaft winterfit gemacht. 40 Kübelpflanzen werden ins Winterquartier in der Kurgärtnerei transportiert.

Und dann dreht sich das Rad auch schon weiter. Das neue Jahr will vorbereitet sein, damit die Kurparkbesucher bald wieder staunen können.

Die Agapanthus ist eine Zierlilie, deren üppigen Blütendolden gerade in Bad Dürrheim an vielen Stellen das Auge erfreut. Als Kübelpflanze kann sie bei guter Pflege 40 bis 60 Jahre alt werden. Bild: Sabine Naiemi
Die Agapanthus ist eine Zierlilie, deren üppigen Blütendolden gerade in Bad Dürrheim an vielen Stellen das Auge erfreut. Als Kübelpflanze kann sie bei guter Pflege 40 bis 60 Jahre alt werden. Bild: Sabine Naiemi

Der Weg zum Gärtner

In der Kurgärtnerei Bad Dürrheim arbeiten Zierpflanzen- und Landschaftsgärtner. Die Kurgärtnerei selbst bildet nicht aus. Der Beruf des Zierpflanzengärtners habe relativ wenig Zukunft, erklärt Ralf Kienzle. Als Landschaftsgärtner bestehen dagegen sehr gute Zukunftsschancen. Fast jeder Betrieb suche entsprechendes Personal, sagt Kienzle. Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft auf zwei Ebenen ab. Praktisch im Ausbildungsbetrieb und theoretisch beim Unterricht an der Berufsschule. Hinzu kommen verschiedene übertriebliche Lehrgänge. Weitere Infos zum Beruf unter: www.landschaftsgaertner.com.