Im Roten Grund grassierte am vergangenen Samstag das Jagdfieber. Im Wald tummelte sich allerlei Getier: eine Riesenspinne, Löwe, Fuchs, Erdmännchen, ein Bär, eine Gams kauerten im Dickicht, dazu ein Wildschwein, Waschbär, Luchs, Wolf, Ratte und auch noch ein Biber. Auf die Pirsch begaben sich mit Pfeil und Bogen insgesamt 24 Teams und 105 Einzelstarter. Sie waren der Einladung des Schützenvereins zum Robin-Hood-Turnier gefolgt.

Die Luft roch herrlich frisch nach Holz, Erde, Laub und Regen, als sich am Morgen die ersten Teams im Wald verteilten. Zuerst wurden die Bogen ausgesucht. Bogenschießen ist keine reine Männerdomäne. Daher hält die Schützengemeinschaft auch Bögen verschiedener Zugstärken für Frauen sowie Kinder und Jugendliche bereit. Nach einem kurzen Einzuschießen ging es los. Jedes Team, bestehend aus drei bis fünf Personen, wurde von einem aktiven Bogenschützen begleitet. Das Gleiche galt für den zweiten Schwung von zwölf Teams am Nachmittag. Die dreiköpfige Gruppe der Fasnetswieber zog unter der Führung von Hartmut Rothfuß in den Wald. Er achtete auf korrekte Körperhaltung, gab viele Tipps. "Für uns steht nicht der Ehrgeiz, etwas zu gewinnen im Vordergrund, wir sind aus Spaß hier", sagte Iris Tschida und Stefanie Röck-Fruh stimmte ihr zu. "Dieses Angebot der Schützengemeinschaft ist einfach nett." Durch den Wald wandern, sich teilweise wirklich durch das Dickicht zu kämpfen, mache außerdem den Reiz dieser zwei Stunden aus. Und es ging oft durch unwegsames Gelände auf dem Weg zu den zwölf Zielen.

Bis kurz vor der Siegerehrung war vollkommen offen, wer den Pokal holt. Erst musste Schützenmeisterin Nicole Isele die Ergebnisse auswerten. Damen und Herren wurden getrennt gewertet, bei Fünfergruppen wurden die beiden schlechtesten Ergebnisse gestrichen, Dreiergruppen haben diesen Vorteil eben nicht. Vor der Siegerehrung fand noch der sogenannte Spaßschuss statt, der mit einem Extrapreis prämiert wurde. Aus jeder Gruppe wurde ein Schütze aus den eigenen Reihen bestimmt, der von einem hölzernen Pferd aus den Abhang hinunter auf einen knapp drei Meter hohen Eisbär zielte. Den besten Schuss setzte die Narrenzunft Schwenningen und war damit Gewinner einer großen Speckseite im Leinensack. Die Königsdisziplin ist immer die Mannschaftswertung. Hier waren die Wurzeljäger mit 1786 Ringen unangefochtener Sieger. Auf den zweiten Platz kamen The Papas mit 1750 Ringen und den dritten Platz belegten die Urviecher Herren 1 mit 1600 Ringen.

"Es ist immer eine neue Herausforderung, den Parcour spannend zu gestalten", sagte Nicole Isele. Trotz des zum Teil schlechten Wetters sei die Stimmung den ganzen Tag über sehr gut gewesen – und es lagen schon die ersten Anmeldungen fürs nächste Jahr vor.

Die Schützengemeinschaft

Im Schützenhaus stehen zwölf Schießbahnen à jeweils zehn Meter mit elektrischen Einzelzuganlagen für Luftgewehr/Luftpistole, vier Schießbahnen mit 50 Metern mit elektronischen Trefferanzeigen, zwei Mal fünf Schießbahnen mit 25 Metern zur Verfügung. Die Bogensportanlage mit 32 Schießbahnen von 25 bis 90 Metern befindet sich im Kurpark sowie ein überdachter Bogenstand mit 18 Metern im Schützenhaus. Gästeschützen sind willkommen.

Informationen im Internet unterwww.schuetzengemeinschaft-badduerrheim.de