Im Projektbeirat laufen etliche Fäden zusammen und werden neue Strukturen geschaffen. Bei der Teilnahme am Ideenwettbewerb Quartier 2020 wurde auf bestehende Erfahrungen durch das Mehrgenerationenhaus zurückgegriffen. Personell wird sich in Zukunft aber einiges ändern: Markus Thoma, Sachgebietsleiter Stadtjugendpflege und Bürgerschaftliches Engagement, beendet seine Tätigkeit bei der Stadt nach rund 20 Jahren zum 31. März kommenden Jahres.

  • Integration: Zunächst stellte die neue Integrationsbeauftragte der Stadt, Vera Jovic-Burger, dem Gremium ihre Arbeit vor. 121 Flüchtlinge sind in Bad Dürrheim zu versorgen. Im Albert-Schweitzer-Haus leben überwiegend Einzelpersonen aus acht Nationen. Sieben Familien leben in der Stadt. Die Integration in den Alltag sei das Schwierigste, berichtete sie, da werde viel Verständnis gebraucht und hier könnten direkte Patenschaften helfen. Durch den Abend, bei dem sich drei Flüchtlinge vorstellten, konnten neue ehrenamtliche Helfer dazugewonnen werden. Die dominierene Frage sei jedoch, wie den Flüchtlingen Arbeit vermittelt werden könne. Das sei ein allumfassendes Thema mit vielen rechtlichen Aspekten. Donnerstags wird das Regenbogencafé wieder belebt, um 16 Uhr. Für den 9. Dezember ist ein Tag der offenen Tür geplant. Es werden noch Ideen für Freizeitaktivitäten und Sport gesucht.
    Die Verständigung im Alltag klappe soweit, bei Bürokratie sei es allerdings schwieriger.
  • Gewonnen: "Das Tolle ist, dass wir bei der Teilnahme am Ideenwettbewerb Quartier 2020 einen Zuschlag erhalten haben", berichtete Markus Thoma von der Stadtverwaltung. Man werde sich also am heutigen Donnerstag in Stuttgart 25 000 Euro abholen. Bad Dürrheim habe übrigens als einzige Stadt aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis einen Zuschlag erhalten. So profitiert das Mehrgenerationenhaus einmal durch Mittel aus dem Bundesprogramm – die übrigens für 2018 bereits gesichert sind. Aus dem Vereinswettbewerb der Sparkasse und des SÜDKURIER erhielt der Generationentreff im Juli 1000 Euro.
  • Aus den Gruppen: Der Kurs "Begleitung älterer Menschen" hat 21 Teilnehmer, berichtete Erwin Nopper. Parallel liefen die Bemühungen weiter, einen Verein für Nachbarschaftshilfe in den Ortsteilen zu gründen.

Dagegen sind die Fortschritte für das Projekt "Neue Wohnformen" nicht so wie erhofft. "Ein Teil der Leute will Eigentumswohnungen", sagte Sprecher Karl Behrle, ein Großteil der Leute wolle Mietwohnungen. Letztendlich hapert es momentan an einem Baugrundstück und einem Bauträger.

Zu einem richtigen Erfolg sei das Reparaturcafe geworden, erklärte Karl Lotz begeistert. Das Reparaturcafe wird von ihm und Karl Behrle geleitet. Es fand bis jetzt fünf Mal statt und habe sich zu einem beliebten Kommunikationspunkt entwickelt. Das Team der Reparateure besteht aus 15 Personen, vom Computer- und Handyspezialisten bis hin zur Näherin. Die Realschüler der Klasse 8 c bewirten mit großem Eifer die Wartenden mit Getränken und Kuchen und verdienen sich so Geld für ihre Klassenfahrt. Rund 30 Personen kämen jeweils, etwa 120 Reparaturen wurden bisher durchgeführt, die Effizienz könnte durch besseres Werkzeug, wie speziellen Messgeräten etwa, noch erhöht werden. Auch 2018 geht es jeden zweiten Samstag im Monat weiter.

Bei der Lesewelt gehen zehn Leute jede Woche für eine runde Stunde in neun Kindergärten. 5000 Kilometer haben die Lesepaten in den Jahren inzwischen zurückgelegt.

"Das Projekt der Kulturlotsen steht auf sicheren Beinen", verkündete Gerlinde Hummel-Höfflin. Unter den regelmäßigen Teilnehmern befinden sich auch Flüchtlingskinder. Pro Veranstaltung kämen durchschnittlich 22 Kinder. Für das nächste Jahr sehe es nach bereits durchgeführten Sponsorengesprächen gut aus, Ziel ist, das Angebot von 25 Aktivitäten umzusetzen.

  • Der Demografieprozess: Dieser Prozess werde sich mehrere Jahre hinziehen, erklärte Markus Thoma. Es soll eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aus der Bürgerschaft aus der Kernstadt und den Teilorten, der Verwaltung und Fachpersonal eingesetzt werden. Ziel ist, dass die Gruppe sich umfassend mit dem Thema beschäftigt und Weichen stell. Die externe Begleitung soll durch die Fachberaterin Janine Bliestle vom Gemeindenetzwerk BE erfolgen. Thoma habe die verschiedenen Themen in drei Initiativkreise zusammengefasst: Bürgerengagement/-beteiligung, Jugend/Familie und Begegnung; Pflege/Unterstützung/Beratung/Versorgung im Alter, Mobilität und Menschen mit Handicap; Migration und Integration.
  • Termine: Das Engagement der Ehrenamtlichen des Mehrgenerationenhauses soll wieder mit einem Ausflug gewürdigt werden. Als Termin hierfür ist Samstag, 30. Juni 2018, vorgesehen. Die nächste Sitzung des Projektbeirates findet am Donnerstag, 15. März 2018, um 19 Uhr statt.