Es ist Freitagnacht, 18. Januar. Um kurz vor zwölf Uhr fährt Hauptamtsleiter Markus Stein am Rathaus in Bad Dürrheim vor. Seine Aufgabe so spät in der Nacht ist es, den Briefkasten der Stadtverwaltung zu kontrollieren, ob nicht eventuell "zur Unzeit", also kurz vor Start der Frist, bereits eine Bewerbung als Bürgermeister eingeworfen wurde.

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"Diese Bewerbung hätte dann zurückgeschickt werden müssen, da die Bewerbungsfrist erst um Mitternacht beginnt", erklärt Stein. Der Briefkasten ist leer. "Er wird erst wieder um 7.30 Uhr am Montag, 21. Januar, geleert", so Stein weiter. Wenn also über das Wochenende mehrere Bewerbungen eingehen, entscheidet das Los über die Reihenfolge auf der Liste.

Noch fünf Kandidaten

Das Kandidatenfeld ist inzwischen wieder geschrumpft. Waren am Freitag noch sechs Kandidaten im Gespräch – von allen stand noch die Entscheidung aus, ob sie tatsächlich kandidieren, ging am Samstag die offizielle Mitteilung der SPD-Kandidatin Rebecca Hummel aus Eningen ein, dass sie sich entschlossen habe, ihre Heimat und dortigen Positionen nicht zu verlassen. Sie habe sich intensiv mit Bad Dürrheim beschäftigt, teilt sie mit. Die Entscheidung, ihr bisheriges Engagement und viele begonnene Projekte im Fall einer Wahl hinter sich zu lassen, habe sie sich nicht leicht gemacht und alle Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen. "Ich kann mir jedoch aktuell nicht vorstellen, meinen Lebensmittelpunkt in die Baar zu verlegen. Deshalb stehe ich für eine Kandidatur zur anstehenden Bürgermeisterwahl in Bad Dürrheim nicht zur Verfügung", schreibt Rebecca Hummel in ihrer Absage.