Viele hatten gehofft, dass ein Erlass der Landesheimbauverordnung vom August 2009 nicht zum Tragen kommt, doch nun – fast zehn Jahre später – ist es so weit und manche Seniorenresidenz hat nun mit der Umsetzung der Verordnung zu kämpfen. Ein Teil dieser Verordnung ist, dass Bewohner in Pflegeeinrichtungen nur noch in Einzelzimmern untergebracht sein dürfen. Umsetzungstermin ist der 1. September 2019.

Manche Einrichtung steht dadurch vor massiven Problemen. In Bad Dürrheim sind drei Pflegeeinrichtungen betroffen: das Zentrum für Betreuung und Pflege Hirschhalde, die Seniorenresidenz Scheffelhof und das Altenpflegeheim Ried.

„Jeder hat wohl so insgeheim gehofft, dass sich doch noch etwas an dieser Verordnung ändert“, meint Stefanie Feiß, Einrichtungsleiterin der Hirschhalde. Bei neu gebauten Einrichtungen seien wohl die Vorgaben schon größtenteils umgesetzt, doch hätten Einrichtungen, die es schon vor 2009 gab, schon noch abgewartet.

In der Hirschhalde sei man aktuell gerade mit dem Einbau einer komplett neuen Brandmeldeanlage beschäftigt. Was die Änderungen angehe, gingen schon seit Frühjahr letzten Jahres die Architekten im Haus ein und aus, werde überlegt und geplant. Ein erster Plan, einen neuen separaten Komplex auf dem großen Außengelände hochzuziehen, sei nach langem Hin und Her gescheitert, weil davon ein unter Naturschutz stehendes Waldstück betroffen gewesen wäre.

Aktuell sei der Plan, einen 1993 errichteten Anbau abzureißen und neu hochzuziehen mit den entsprechenden Anpassungen. Das Problem sei jedoch, so die Einrichtungsleiterin weiter, dass sich die Immobilie Hirschhalde nicht im Besitz des Trägers Corian befinde. Die Immobilie gehöre einem Fond und sei gepachtet. Nun muss geklärt werden, wer welche Kosten übernimmt. Da dazu noch nichts beschlossen ist, könne sie aktuell keine konkreten Aussagen machen.

„Es wird weitergehen, die Frage ist nur wie“, sagt Feiß. Ihrer Einschätzung nach werden wohl im Landkreis viele Plätze wegfallen. Dabei steige überall der Bedarf. Die Hirschhalde hätte im geschützten als auch im offenen Bereich eine zweistellige Warteliste. Eine Einzelzimmersituation müsse nicht unbedingt gut sein, ergänzt sie. Manche Bewohner würden das gar nicht wollen. Es habe alles Vor- und Nachteile.

In der Seniorenresidenz Scheffelhof, die ebenfalls zur Corian-Kette gehört, habe man durch die Auflösung und den Umbau von acht Wohnungen im betreuten Wohnen vor eineinhalb bis zwei Jahren über 90 Prozent abfangen und so sicherstellen können, am Markt zu bleiben, berichtet Alexander Hauf. Auch er spricht von steigender Nachfrage. Für zehn Zimmer sei ein Verlängerungsantrag gestellt worden.