Dieser seit 2005 angestrebte und letzte Schritt wurde durch den Beschluss der Mitgliederzünfte und Satzungsänderung bei der Herbstarbeitstagung in Donaueschingen am vergangenen Samstag getan. Dadurch wird der Verein Narrenschopf wieder das, was er früher einmal war, nämlich ein Förderverein. Gleichzeitig nimmt die moderne Zukunft im Narrenschopf mit dem Programm "Museum 4.0" nach einem straffen Zeitplan weiter Gestalt an.

Das Fastnachtsmuseum Narrenschopf ist auf dem Weg in die virtuelle Zukunft. Das Besondere daran ist, dass eine Bespannung der Kuppel das immer mehr aufkommende 360-Grad-Filmerlebnis möglich machen soll. Diese digitale Technik und virtuelle Realität soll dem Sehen, Hören und Erleben neue Dimensionen eröffnen und auch junge Besucher anlocken. "Was dem Narrenschopf früher als Nachteil angelastet wurde, die Architektur der Kuppeldächer, entpuppt sich jetzt als Trumpf", erklärt Vereinigungspräsident Roland Wehrle. Der Narrenschopf habe damit Alleinstellungsmerkmal und er sehe dadurch Vorteile für die ganze Region.

Die Bundesregierung fördert mit diesem Programm über einen Zeitraum von drei Jahren und einem Betrag von 15 Millionen Euro fünf Museen. Neben dem Fastnachtsmuseum Narrenschopf und dem Fastnachtsmuseum Schloss Langenstein, das Deutsche Museum in München, das Auswanderermuseum in Hamburg, Stattliche Museum zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Der Narrenschopf und das Fastnachtsmuseum Langenstein teilen sich zwei Millionen Euro. Die Kenntnisse und Arbeiten werden später untereinander ausgetauscht.

Als ein neues Universum bezeichnet Professor Werner Mezger diese Dimension des hautnahen Erlebens beim kulturgeschichtlichen Blick in die Tiefe der Fastnacht. Der historische Grundstein bleibe natürlich gleich, doch es würden viele neue Eindrücke hinzukommen. Man habe zwölf Themenbereiche herausgearbeitet. Zum ersten Modul gehören Spiele mit der Identität, Musik und Tanz, Festen und Fasten, Bräuche und Repräsentationen, Hinter den Kulissen und Narrensamen in der Fastnacht. Seit Sommer 2014 sichtet bereits Ingeborg Rüth das Narrenschopf-Archiv mit 2500 älteren Fotos und mehr als 9000 Farbdias. Diese sollen digital eingespeist werden. An der digitalen Umsetzung und Installation sowie Pflege der neu bestehenden Internetseite zu diesem Projekt arbeiten die Ingenieure Artur Fuss und Jan Brunnenkant (ehemalige Studenten der Fachhochschule Furtwangen) und Zaray Paredes-Zavala aus Berlin.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen gezielt fastnachtliche Ereignisse der Region gefilmt werden, die dann mit VR-Brille – oder auch ohne – im Narrenschopf zu neuen Erlebnissen führen. Zweiter Teil der Digitalisierung soll die Interaktion und Kommunikation über die Social-Media-Kanäle sein, im Rahmen derer die Leute Erlebnisse und Erfahrungen hochladen können. Ein weiteres Projekt, das gerade angelaufen ist, ist die virtuelle Fastnachtsband. Man kann sich Noten herunterladen, sich beim Musizieren filmen und diesen Film hochladen. Später wird aus den eingereichten Beiträgen eine digitale Fastnachtsband zusammengestellt.

Programm

Die Fortschritte der Arbeit lassen sich ab jetzt auch im Internet verfolgen. Einzelne Bausteine sind schon sichtbar. Unter www.museum4punkt0.de wird unter anderem ein Blog gepflegt und man kann sich für einen E-Mail-Newsletter eintragen. Die virtuelle Fastnachtsband ist im Internet unter www.virtuelle-fastnachtsband.de zu finden.