Ende Februar hat sich der Verein "Hilfe mit Herz und Hand" gegründet, nach Ostern folgte die Eintragung ins Vereinsregister, nun kann nach der Wirksamwerdung der Versicherung die Nachbarschaftshilfe anlaufen. Vorsitzender Erwin Nopper freut sich, dass es endlich losgehen kann. "Es braucht Strukturen, um Engagement zu bündeln", sagt der Vereinsgründer.

Und seine Idee kommt an. Mittlerweile hat der Verein 71 Mitglieder. Außerdem kann Nopper bereits einige Anfragen verzeichnen, die nun abgewickelt werden sollen. Eine Vermittlung läuft bereits. Momentan werde das Angebot des Vereins besonders in der Kernstadt nachgefragt, während die Nachfrage in den Teilorten geringer ausfällt. "Das ist aber auch kein Zufall, schließlich leben in der Kernstadt vermehrt ältere Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind", sagt Nopper. Meist seien es ihre Kinder, die sich melden, weil sie sich wegen Beruf und Familie nicht selbst um ihre Eltern kümmern können oder weil sie schlicht zu weit entfernt wohnen.

Unter Nachbarschaftshilfe versteht der Verein sowohl Begleitdienste zum Arzt oder zu Kulturveranstaltungen als auch Hilfe beim Einkaufen, im Haushalt oder dem Garten. Gerade junge Frauen, die zuhause nichts zu tun haben, während ihre Kinder im Kindergarten sind, könnten sich durch die Dienste ein paar Euro dazu verdienen, meint Nopper. Aber auch für Schüler ist das Angebot attraktiv. Auch für beidseitige Hilfe sei man offen. Das könnte bedeuten, ein Jugendlicher hilft einem Senioren beim Einkaufen und bekommt dafür Nachhilfe in Mathematik.

Ganz ohne Bezahlung funktioniert das Konzept nicht. Alleine schon deshalb nicht, weil sichergestellt werden muss, dass die Helfer bei ihren Einsätzen haftpflichtversichert sind und auch ihr Reiseweg versichert ist. Der Verein zahlt dafür jährlich rund 1100 Euro an eine Versicherung, wie Erwin Nopper erklärt.

Hilfe unabhängig vom Geldbeutel

Mitglieder von "Hilfe mit Herz und Hand" zahlen einen Stundensatz von zwölf Euro, Nichtmitglieder einen Euro mehr, wenn sie Hilfe in Anspruch nehmen. Helfer wiederum bekommen für ihren Einsatz 9,50 Euro pro Stunde. "Es ist einfach auch sauberer, wenn man die Bezahlung klar regelt", sagt Nopper. Somit können sich auch diejenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen, einer gewissen Souveränität sicher sein und sie plage keine Schuldgefühle.

Die Differenz nutzt der Verein als Puffer, um auch denjenigen Hilfe zu gewähren, die sie sich ad hoc finanziell nicht leisten können. Für eine solche Unterstützung reichen die jährlichen Mitgliedsbeiträge von 18 Euro für Einzelpersonen, 24 Euro für Familien und 30 Euro für Institutionen nicht aus.

Herbstschulung zu Kinästhetik

Deshalb ist der Verein auch dankbar für die Bezuschussung der Stadt und die Gelder von Fördermitgliedern. "Es handelt sich bei unserem Angebot um Daseinsvorsorge, die geleistet werden muss", betont der Vorsitzende. Auch die Bürgerstiftung "Gelingendes Leben" hat sich bislang mit 1800 Euro beteiligt, mit denen Schulungen bezahlt wurden. Die Förderung vom Land steht noch aus, Mittel werden voraussichtlich Ende Juli beschieden.

Bisher hat der Verein 18 Fortbildungen zum Thema Begleitung älterer Menschen vom Verein durchgeführt. Im Herbst folgt eine weitere Schulung zur Kinästhetik für pflegende Angehörige. Neben dem Aufbau von Hilfsbeziehungen ist Nopper die Weiterbildung ein großes Anliegen.

Ansprechpartner

  • Wer Hilfe benötigt oder anderen helfen möchte, kann sich bei Vorstand Erwin Nopper im Büro des Vereins im Sunthauser Rathaus, Tuninger Straße 2, unter 07706/9 22 83 20 melden. Vor Ort ist dort auch Regina Basch, die für Organisation und Abrechnung zuständig ist.
  • Kassiererin Barbara Durul und Schriftführerin Skarlet Rewaj sind außerdem als Einsatzleiterinnen in der Kernstadt unterwegs und koordinieren künftig die Hilfeleistungen. Für Biesingen, Sunthausen und Hochemmingen wird Ingrid Kreckl die Einsatzleitung übernehmen. Für Öfingen, Ober- und Unterbaldingen zeichnet sich Edeltraud Schlenker verantwortlich. Somit sind mit dem Zweiten Vorsitzenden Heinz Messmer derzeit sechs Mitglieder mit der Organisation des Vereins betraut.