Einen demenzkranken Menschen zu pflegen, ist eine große Herausforderung. Der Erkrankte benötigt rund um die Uhr Aufmerksamkeit, da bleibt pflegenden Angehörigen nur wenig Zeit für sich selbst. In dieser Situation soll ein neues Betreuungsprojekt des Malteser Hilfsdienstes – ein Café Malta – Betroffenen Unterstützung und Entlastung bieten. Das Projekt soll im kommenden Frühjahr anlaufen. Die Krux an der Sache ist momentan jedoch, dass trotz intensiver Suche über ein halbes Jahr hinweg bis jetzt keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden werden konnten und es werden auch interessierte Bürger gesucht, die Lust haben, sich in diesem Bereich ehrenamtlich zu engagieren.

Eine Bedarfsanalyse habe ergeben, dass in Bad Dürrheim der Bedarf für solch ein Betreuungsprojekt vorhanden sei, erklärt Marija Galjer, Referentin soziale ehrenamtliche Dienste der Malteser in der Erzdiözese Freiburg. Die Last der Pflege müssen Angehörige aber nicht allein tragen. Die Malteser unterstützen und schenken einige Stunden Freiraum in der Woche. In Donaueschingen gebe es das Projekt bereits, so Galjer.

Ein oder mehrere Male in der Woche erhalten von Demenz betroffene Menschen nachmittags (drei Stunden) individuelle Unterstützung und Anregung durch gezielte musische oder künstlerische Angebote. Der durch diese Stunden gewonnene Freiraum dient der Entlastung der pflegenden Angehörigen. Die Gestaltung der Nachmittage übernehmen qualifizierte und erfahrene Demenzbegleiter. Das sind ehrenamtliche Helfer, wie sie jetzt für Bad Dürrheim gesucht werden, und die auf Kosten des Malteser-Hilfsdienstes im Rahmen einer Schulung nach der schwedischen Pflegephilosophie „Silviahemmet“ in 40 Unterrichtseinheiten und einem Erste-Hilfe-Kurs qualifiziert werden.

Gebraucht werden zwei barrierefreie Räume, inklusive einer Küche beziehungsweise den notwendigen Anschlüssen für eine Küche, mit einer bestenfalls barrierefreien Toilette. Die Größe des Betreuungsraumes sollte mindestens 40 bis 50 Quadratmeter betragen, gerne auch größer, da sich etwa 20 Personen darin aufhalten werden. Der zweite Raum soll als Büro für die Koordinationskraft genutzt werden.

Wenn das Projekt gut angenommen wird, werde es entsprechend ausgeweitet, kündigt Marija Galjer an. Angeboten wird außerdem ein Fahrdienst. Die Kosten für die Betreuung werden von der Pflegekasse übernommen. Hierzu berät Sabine Huber, Koordinatorin der Malteser-Demenzdienste Schwarzwald-Baar-Kreis und ausgebildete Krankenschwester, die Angehörigen.

Anmeldung bei Sabine Huber, 0151/68811534 oder 07721/917010. Im Januar wird es noch einen öffentlichen Informationsabend geben.