Seit Dezember 2009 arbeitet die Stadtverwaltung mit dem Institut für Sozial- und Umweltforschung Dr. Kleinmann GmbH (Isuf) beim Aufbau des kommunalen Energiemanagements Bad Dürrheims zusammen. Seit neun Jahren fließen Erfahrungen der Bestandsaufnahme und regelmäßig stattfindenden Gebäudebegehungen der 31 Liegenschaften der Stadt in den jährlichen Energiebericht ein.

Die Firma Isuf war auch maßgeblich an der Entwicklung beziehungsweise Verwirklichung der bis jetzt immer noch einzigartigen Heizungs- und Lüftungstechnik mit einem Eis-Wärme-Speicher in der Kindertagesstätte Stadtkäfer beteiligt. Hier hätte die Feinabstimmung der Steuerung und die in einem aufwendigen Prozess erforderliche „Entgasung“ des Kühlmittels einige Zeit in Anspruch genommen. Jetzt laufe die Anlage störungsfrei.

Der Energiebericht 2018 wurde von Stefan Jakobs von Isuf dem Gemeinderat bei dessen jüngsten Sitzung vorgetragen und zur Kenntnis genommen.

Nach wie vor zeige der Energiebericht auf, dass das kommunale Energiemanagement und die damit verbundene Zusammenarbeit mit Isuf von grundlegender Bedeutung für den kommunalen Klimaschutz und die städtische CO2-Bilanz sei, heißt es in der Sitzungsvorlage des Gemeinderates. Positiv könnten auch in diesem Jahr die relativ niedrigen Kohlendioxidemissionen mit 725 Tonnen hervorgehoben werden. Gegenüber dem Vorjahr konnten weitere 51 Tonnen an CO2 vermieden werden. Als Ursache hierfür wird die vorbildliche Versorgung der Liegenschaften mit Strom aus regenerativen Energien angegeben. Die Ursachen für zwischenzeitliche Steigerungen im CO2-Ausstoß seit 2014 erklärte Stefan Jakobs mit Kalt-Wetter-Perioden und den Nutzzeitenänderungen in den Kindergärten.

Besonderheiten des Berichts

Im Berichtsjahr 2018 ist wegen der erst im November 2018 erfolgten Eröffnung die neue Kindertagesstätte Stadtkäfer noch nicht enthalten. Ebenso nicht das Service-Center Ostbaar, da dort weder ein Ölmengen- noch ein Wärmezähler zur Erfassung der Verbrauchsdaten installiert ist.

Das geplante Blockheizkraftwerk für die Realschule wurde zurückgestellt, weil wegen der aktuellen Marktsituation ein wirtschaftlicher Betrieb momentan nicht gegeben ist. Bei der Salinensporthalle ging das installierte Blockheizkraftwerk (BHKW) erst 2019 in Betrieb. Bei den Objekten, die mittels Nahwärme versorgt werden, seien die Wärmekosten erneut hoch, führte Stefan Jakobs aus. Beim Wärmeverbund Minara sei der Kostenanstieg wie im Jahr 2017 dem Kesselausfall geschuldet. Positiv ist zu vermerken, dass beim Wärmeverbund Kurhaus die Wärmekosten nach dem BHKW-Einbau zurückgegangen sind. Mit der aus dem BHKW resultierenden Stromerzeugung verdient die Stadt außerdem Geld. Die Anlagen würden sich relativ schnell amortisieren.

Energiebericht soll früher vorliegen

Auf die Frage, warum man dann nicht schnellstmöglich in der Realschule ein BHKW installiere, erklärte der Fachmann, dass der Ertrag von der Größe einer Anlage abhänge. Eine kleine Anlage, wie sie für die Realschule geplant sei, ergebe weniger Ertrag und mit der Installation seien außerdem zusätzliche Kosten verbunden.

Stadtrat Wolfgang Kaiser (LBU) bat darum, den Energiebericht künftig vor der Sommerpause vorzulegen. So soll genug Zeit bleiben, um eventuell anstehende Maßnahmen und deren Kosten besser planen und in die Haushaltsberatungen aufnehmen zu können. Dem schloss sich das restliche Gremium an.