Wie hoch ist der Investitionsbedarf für die anstehende Sanierung der Klaranlage Kötachtal? Das sollte ein Werterhaltungskonzept zeigen, das der Zweckverband Abwasserreinigung Kötachtal in Auftrag gegeben hat.

Das Ergebnis hat Ingenieur Jochen Molitor in der Verbandssitzung präsentiert.

Demnach sieht die Expertise einen Investitionsbedarf von 4,6 bis 5 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren vor. Buchhalterisch bildete Stadtkämmerer Jörg Dieterle die Kostensumme für den Zweckverband als einen jährlich wiederkehrenden Haushaltsposten für Investitionen in Höhe von 500 000 Euro ab.

Molitor durchleuchtete in seinem Bericht sämtliche Anlagenteile vom Zulauf bis hin zum Auslauf und dem Betriebsgebäude. Dieses entspräche etwa nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Raumbedarf.

Vordringlich bezeichnete der Experte eine Materialüberprüfung des Betons der einzelnen Reinigungsbecken und der maschinellen Ausrüstung als Basis für das Gesamtsanierungskonzept der Anlage. Aus diesem Grund finden sich im Haushalt für 2017 Kosten in Höhe von 54 000 Euro.

Indes zeigten sowohl die Expertise als auch der vom Klärmeister und Gewässerschutzbeauftragen Oliver-André Brandes präsentierte Bericht auf, dass zunehmend Überschreitungen im Bereich der Belastung an organischer Schmutzstoffen auftreten. Eine der vordringlichsten Aufgaben der nächsten drei Jahre dürfte daher – neben der Sanierung – die biologische Reinigung zu optimieren.

Gewässerschutzbeauftragter Brandes machte dabei darauf aufmerksam, dass die Überschreitungen des Gehaltes an organischen Stoffen im gereinigten Abwasser, der Anstieg der Klärschlammenge und der Mehrbedarf an Energie miteinander kongruent sind.

Die für die Abwasserreinigung anfallenden Kosten verteilten sich laut dem Gewässerschutzbeauftragten entsprechend ihres Anteils an der Abwasserreinigung auf die Gemeinde Tuningen und die Stadt Bad Dürrheim.

 

Kläranlage

Die Kläranlage Kötachtal reinigt die Abwässer der Gemeinde Tuningen und der Bad Dürrheimer Ostbaargemeinden Sunthausen, Oberbaldingen, Unterbaldingen, Biesingen und Öfingen. Die Inbetriebnahme der Kläranlage erfolgte im Jahr 1979. Ein Konzept zeigt den Investitionsbedarf für die Sanierung der teilweise 40 Jahre alten Bauteile und maschinellen Ausrüstung auf (bom).