Sie geht wieder, die Orgel der katholischen Kirche, das zeigte sich bei der Feuerprobe, dem ersten Kirchenkonzert nach Abschluss der Restaurierung. Drei Jahre lang hatte die Orgel alle auf Trab gehalten, besonders den Restaurator Alexander Eckert und sie machte auch in der Nacht vor dem ersten Konzert keine Ausnahme damit. Das Konzert verlief dann jedoch ohne Komplikationen und erfreute die rund 100 Zuhörer.

Was war so kurzfristig los? "Nachdem sich die Außentemperaturen geändert haben, wurde in der Kirche geheizt", erklärt Alexander Eckert. "Dadurch trocknet die Kirche aus, wodurch sich wiederum alle mechanischen Verbindungen verkürzten." Dadurch klangen dann wieder die Töne schräg, die Orgel musste wieder gestimmt werden und Alexander Eckert legte eine Nachtschicht ein, damit das Konzert am Sonntag stattfinden konnte.

Besonders gut geschlafen hat Organist Günter Hauger in der Nacht auf Sonntag auch nicht. Er hat wochenlang geübt, geübt und geübt. Für das erste Konzert auf der Orgel hatte er sehr anspruchsvolle Literatur ausgesucht, sowohl zum Spielen als auch zum Hören. Zarter Kontrast dazu waren die sanften Töne der international bekannten deutsch-kanadischen Saxofonistin Claudia Tesorino aus Berlin. Sie wurde kurzfristig in das Konzert eingebunden, da sie zufällig in der Gegend war.

Das Konzert begann und nach einer Weile zeichnete sich in Alexander Eckerts Gesicht deutlich die Entspannung ab. Endlich, denn während der Restaurierung war er manches Mal kurz davor, den Schraubenschlüssel wegzuwerfen. Die Akustik in der Kirche ist hervorragend, die Orgel kam voll zur Geltung. "Diese Orgel ist eigentlich eine "kleine große" Orgel", sagt Eckert. Das heiße, es gibt noch weit größere Orgeln. "Aber diese Orgel hat es verdient, dass man auf ihr Konzerte spielt." Das wäre sein Wunsch, so Eckert. Nichtsdestotrotz würde es spannend bleiben, was passiert, wenn es im Januar, Februar noch kälter wird, mehr geheizt werden muss und die Luftfeuchtigkeit auf unter zehn bis 15 Prozent sinke.

Günter Hauger war sehr zufrieden, absolut vertieft in das Orgelspiel. "Während der Überarbeitung war ich laufend da und stand Herrn Eckert bei, soweit es möglich war und habe mitgeschaut was anfällt und ob ich helfen kann." So sei er nicht ganz ohne Orgel gewesen. Während des letzten Jahres habe er sich allerdings freistellen lassen, Urlaub gemacht. Etwas nervös sei er gewesen, gibt er zu. "Ein bisschen Nervosität hilft beim Spielen, macht konzentrierter", findet der Musiker. "Die Orgel spielt sehr schön", lobt er.

Organist und Orgel

Günter Haug begann mit 12 Jahren mit dem Orgelunterricht, von 1961 bis 1973 war er Organist in Schwenningen, 1971 bis 1974 studierte er an der Musikhochschule Trossingen, seit 1973 ist er Organist der Gemeinde St. Johann. Deren Orgel wurde 1971 gebaut. Nach drei Bauabschnitten genügt sie wieder den Ansprüchen als konzerttaugliches Instrument. Die Kirchengemeinde investierte 100 000 Euro, 20 000 Euro wurden von Irma Häring gespendet.