Das Tenniscamp des Tennisclubs Rot-Weiß Bad Dürrheim ist ein wahrer Teilnehmermagnet. In den Sommerferien bietet der TC für maximal 25 Kinder eine Woche lang ein spannendes Ferienprogramm, das weit über das reine Spiel mit dem gelben Filzball hinausgeht.

In einer Rekordzeit von zwei Stunden nach der Ankündigung war das Camp dieses Jahr ausgebucht.

„Früher haben wir das Camp regelmäßig angeboten“, erzählt Daniela Janz, die im Verein für die Jugend verantwortlich ist. Zwischenzeitlich schlief das Camp ein, aber seit 2017 steht es wieder regelmäßig im Terminplan.

Was die Mitglieder des Tennisclubs hierbei leisten ist beachtlich. Bis zu fünf Betreuer des TC nehmen sich extra eine Woche Urlaub, um den Kindern eine tolle Zeit zu bereiten. Dabei richtet sich das Angebot nicht allein an Mitglieder, sondern steht theoretisch allen Kindern offen.

Im ersten Jahr musste noch kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Inzwischen ist das Camp ein Selbstläufer. Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren können reinschnuppern und werden so ans Tennis herangeführt. „Für uns ist das natürlich auch Jugendwerbung“, betont Daniela Janz.

Tennis spielt beim Tenniscamp natürlich eine Rolle. Doch es gibt auch noch viel mehr zu erleben.
Tennis spielt beim Tenniscamp natürlich eine Rolle. Doch es gibt auch noch viel mehr zu erleben. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Dabei steht das Spiel mit dem Ball gar nicht mal an erster Stelle. „Die Kinder sollen Spaß haben und sich sportlich betätigen“, erklärt die Jugendvorsitzende. So wird stets zwischen Tennistraining und anderen Aktivitäten gewechselt. Am Dienstag war ein Trainer für Selbstverteidigung da, am Mittwoch schaute ein Erlebnispädagoge vorbei, es ging ins Minara, zum Adventure-Golfplatz oder auch zum Bogenschießen. Los geht es jeden Morgen um neun Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und endet nach einem spannenden Programm gegen 17 Uhr. Jeden Tag wird für die 25 Kinder ein leckeres Mittagessen zubereitet, wofür Daniela Janz Schwiegereltern Brigitte und Hermann Janz verantwortlich sind. „Heute gibt es Geschnetzeltes mit Reis und Salat“, berichtet Brigitte Janz, während sie in der Küche des Vereinsheims herumwuselt.

Petra Hoer-Wursthorn zeigt beim Tennistraining, wie der Schläger gehalten werden muss.
Petra Hoer-Wursthorn zeigt beim Tennistraining, wie der Schläger gehalten werden muss. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Das Ganze könnte natürlich nicht im entsprechenden Umfang angeboten werden, wären da nicht unzählige Unterstützer und Helfer. Stephan Janz, Petra Hoer-Wursthorn und Javier Zaraza sind als Trainer hauptsächlich für den Tennisunterricht zuständig, engagieren sich aber auch bei den anderen Aktivitäten. Der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen sponsert das komplette Getränkeangebot dieser Woche und vergünstigte Eintritte in den einzelnen externen Einrichtungen ermöglichen das Komplettangebot zu einem Preis von 75 Euro. „Hier gilt allen, die sich engagieren, ein ganz großes Dankeschön“, betont Daniela Janz.

Und einen interessanten Nebeneffekt hat die Geschichte auch noch: Der Tennisclub trifft mit den Eltern die Vereinbarung, dass Handys im Tenniscamp keinen Platz haben. „Wir wollen erreichen, dass die Kinder in diesen Tagen ohne moderne Medien auskommen und es ist erstaunlich, wie plötzlich alle miteinander reden, Spaß haben und spielen“, weiß die Jugendvorsitzende. Daniela Janz erklärt der Grund dahinter: „Wir beobachten, dass viele Kinder mittlerweile nicht mal mehr einen Ball fangen können. Das hat sich extrem verändert und verschlechtert. Übungen, die früher selbstverständlich waren, können wir heute nicht mehr machen, weil die Kinder sie nicht umgesetzt bekommen.“ Auch dem soll beim Tenniscamp entgegengewirkt werden.

Der Umgang mit dem Ball will gelernt sein. Kinder haben wohl immer öfter Probleme damit, einen einfach geworfenen Ball zu fangen.
Der Umgang mit dem Ball will gelernt sein. Kinder haben wohl immer öfter Probleme damit, einen einfach geworfenen Ball zu fangen. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Bürgermeister Jonathan Berggötz, der als Jugendlicher selbst hier Tennis gespielt hat, machte sich am Mittwoch ein Bild von dem Angebot und kam zum Frühstück. Die Kinder waren begeistert von seinen Erzählungen, wie auch von der ganzen Woche überhaupt.

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