Für einen Moment ist ein Zischen zu hören. Dann erleuchten tausende kleine Sterne den dunklen Abendhimmel, nehmen auffällige Formen an, bis sie schließlich verglimmen. Am Boden steht das Publikum, schaut gebannt nach oben, staunt, klatscht. Beim Internationalen Ballonfestival in Bad Dürrheim steckt immer Thomas Obeth hinter solchen Szenen. Er ist zuständig für die Pyrotechnik bei dem Fest, das auch in diesem Jahr wohl wieder tausende Besucher in die Kurstadt locken wird.

"Es ist die Faszination, das Publikum zu begeistern", sagt Obeth und kommt ein bisschen ins Schwärmen. Er kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie ihn Feuerwerke schon als Kind begeistert haben. Sein erstes Feuerwerk hat Obeth damals mit seinem Opa steigen lassen. "Mit ihm bin ich immer für Silvester einkaufen gegangen", sagt er. "Das war immer super." Heute ist er staatlich anerkannter Großfeuerwerker, hat seit mehr als 15 Jahren ein Projektbüro für Veranstaltungstechnik. Sechs bis zwölf Feuerwerke plant er im Jahr. "Aus Spaß an der Freude", wie er sagt.

Zwei bis drei Tage braucht Thomas Obeth, um ein Reihe an Feuerwerkeffekte, eine sogenannte Choreografie, zu planen. "Die Hauptaufgabe mache ich am Rechner", sagt er. Um den Feuerwerk-Plan dann umzusetzen und die Zündkreise zu bauen, die die jeweiligen Effekte aktivieren, sind meist sechs bis acht Personen notwendig. Dann kommt der große Moment: Die Konstruktion wird elektronisch gezündet. Obeth ist dann wohl der einzige Anwesende, der nicht entspannt und staunend in den Himmel schaut, stattdessen konzentriert kontrolliert, dass alle Effekte mit den richtigen Abständen am Abendhimmel erscheinen.

Nach zwölf bis 15 Minuten ist dann alles vorbei. Bestimmte Regeln, die in der Abfolge der Effekte beachtet werden müssen, gibt es nicht, sagt er. Jeder Feuerwerker habe seinen eigenen Stil. "Man muss es einfach im Blut haben." Letztlich sei es wie beim Kochen. "Wenn man es gut macht, schmeckt es auch allen." Er lacht.

Wie viele Choreografien, wie viele Formationen er schon gesehen hat, daran kann sich Thomas Obeth nicht mehr erinnern. Und trotzdem bleibt die Begeisterung für die Pyrotechnik, für Feuerwerke. "Es ist immer wieder aufs Neue schön", sagt er. Harte Arbeit steckt trotzdem dahinter, auch wenn man es Obeth nicht unbedingt anmerkt: Immer den Markt und die neusten Effekte im Blick behalten, sichergehen, dass es sich um zertifizierte Ware handelt. Für das Internationale Ballonfestival in Bad Dürrheim hat er natürlich schon längst die Choreografie geplant. "Details verrate ich aber nicht, soll ja eine Überraschung bleiben", sagt er und lacht. Das sei für ihn auch immer die größte Herausforderung beim Festival: "Mein Ehrgeiz, das vorige Jahr immer zu toppen."

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