Es brummt und summt überall, auf der Blumenwiese von Landwirt Markus Hirt. Auf einem vier Hektar großen Feld bei Bad Dürrheim hat er dieses Frühjahr eine Mischung aus vielen Blumensorten eingesät, vor allem Sonnenblumen. Aber auch Phacelia, Ringelblumen, Koriander, Fenchel, Dill und vieles mehr.

Den Insekten und Schmetterlingen gefällt das, auf fast allen Pflanzen finden sich Bienen und Hummeln, die das Angebot an Nahrung sehr zu schätzen wissen. „Auch dem Wild aus dem nahe gelegenen Wald scheint es zu gefallen“, so Hirt, der hier in den Abendstunden auch schon Rehe beobachten konnte, wie er sagt.

Landwirt Markus Hirt hat eine 40 000 Quadratmeter große Blühwiese angelegt, die bei Spaziergängen auch einen schönen Blickfang darstellt. Bild: Hans-Jürgen Götz
Landwirt Markus Hirt hat eine 40 000 Quadratmeter große Blühwiese angelegt, die bei Spaziergängen auch einen schönen Blickfang darstellt. Bild: Hans-Jürgen Götz

3000 Quadratmeter des Feldes konnte der Landwirt auch als Blumenpatenschaft vergeben. „Das ist unter anderem interessant für Menschen, die keinen eigenen Garten haben und anstatt Blumen auch mal etwas anderes verschenken möchten“, erklärt Hirt. Er hofft, diese Aktion im kommenden Jahr auf einem anderen Feld weiter ausweiten zu können, denn viele hätten dieses Jahr von seiner Aktion einfach zu spät erfahren. Für diese vier Hektar musste Markus Hirt immerhin 80 Kilogramm Saatgut einbringen. Arbeitszeit, sowie Maschinen und Treibstoff für das Aussäen und Einmulchen kommen noch hinzu. So ist er froh, dass er einen Teil seiner Kosten durch die Blütenpatenschaften wieder ausgleichen konnte.

Im Herbst werde er die verwelkten Blumen zerkleinern und unterpflügen und somit als Dünger verwenden, um im nächsten Jahr in der geplanten Fruchtfolge dort wieder Weizen anpflanzen zu können.

Bild: Hans-Juergen Goetz

Viele Landwirte säen Blühwiesen

Hirt ist mit seinem Engagement nicht allein, auch wenn er die größte Blühwiese unter allen angelegt hat. Viele Landwirte machen mit. So hat zum Beispiel auf der Ostbaar Nebenerwerbslandwirt Volker Heppler auf zwei Äckern Blühwiesen angelegt.

Er weist auch nochmal darauf hin, dass viele Landwirte Blühwiesen anlegen. „Ich habe einmal auf einer Fläche von 1,5 Hektar (15 000 Quadratmeter) und einmal auf einem Hektar (10 000 Quadratmeter) ausgesät“, erklärt er. Finanziert habe er seine Aktion über das sogenannte „FAKT“-Programm (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl).

Hier könne jeder Landwirt bis zu fünf Hektar Blühmischung auf Ackerland säen und erhalte dafür 710 Euro pro Hektar Förderung vom Land, so Heppler. Der Aufwuchs dürfe nicht genutzt werden, sondern müsse gemulcht werden und verbleibe somit auf dem Acker. Im nächsten Frühjahr werde er dann wie Landwirt Hirt die Fläche wechseln.

Regelmäßig sind auch Rehe aus dem Unterhölzer Wald auf der Wiese bei Oberbaldingen zu finden, deshalb ist sie so niedergetrampelt.
Regelmäßig sind auch Rehe aus dem Unterhölzer Wald auf der Wiese bei Oberbaldingen zu finden, deshalb ist sie so niedergetrampelt. | Bild: privat

Aktionsbündnis stark engagiert

Sehr engagiert in puncto Blühwiesen und Pflanzaktionen ist auch das Aktionsbündnis „Bad Dürrheim blüht auf“, an dem unter Federführung der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen GmbH viele andere Aktionspartner beteiligt sind. Für die verschiedenen Projekte hat der Gemeinderat der Stadt zum Beispiel 3000 Euro Fördergeld bewilligt, so dass sich private Interessenten etwa im Umweltbüro Donaueschingen mit Saatgut eindecken können. „Wir sind mit Landwirt Hirt in guten Gesprächen für eine Zusammenarbeit im nächsten Jahr“, erklärt Marketing-Leiter Michael Neuenhagen. Da der Naturpark Südschwarzwald Kompetenzpartner bei „Bad Dürrheim blüht auf“ ist, erstrecke sich das Engagement des Mineralbrunnens aktuell vorwiegend auf den Bereich Südschwarzwald. Nichtsdestotrotz sei man beim Mineralbrunnen jederzeit offen für Anfragen von Landwirten auf der Ostbaar. Er gehe auch stark davon aus, dass die Fraktionen wieder einen Antrag auf Fördergelder einreichen werden, so Neuenhagen, da das Projekt ja nicht nur für ein Jahr, sondern auf Dauer angelegt sei.