In den vergangenen Tagen wurden neben der Einfahrt zum Feriendorf Öfingen mehrere Bäume gefällt. Dies habe bei Passanten und Mitbürgern zu der Vermutung geführt, es habe sich um gesunde Bäume gehandelt, erklärt der Geschäftsführer des Feriendorfes, Rainer Stolz. und tatsächlich hat sich auch der Öfinger Bürger Erwin Nopper mit einem kritischen Brief an den SÜDKURIER gewandt.

Er schreibt, dass die Feriendorfverwaltung Öfingen entlang eines sehr beliebten Rundweges über dem Feriendorf zwanzig große gesunde Laubbäume habe fällen lassen. Als Begründung wurde
die Verkehrssicherungspflicht angegeben, da die Bäume noch auf dem Gelände des Feriendorfes standen. Innerhalb des Feriendorfes wurden weitere Bäume gefällt.

Nopper schreibt weiter: „Die Feriendorfverwaltung in einem Luftkurort beweist mit dieser Aktion nach meiner Meinung ein erschreckendes Beispiel für ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber unserer Umwelt, unseren Gästen und der Bevölkerung. Mit der gleichen Begründung könnten alle Bäume an Straßen, Wegen und Wanderpfaden gefällt werden. Alle (!), die ich beim täglichen Rundgang über dem Feriendorf traf, sind traurig bis empört über die Fällung der Bäume.“

Wie auf Nachfrage zu hören war, haben wohl mehrere Personen im Büro des Feriendorfes kritisch nachgefragt, weshalb sich Rainer Stolz zu seiner schriftlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen entschieden hat.

„Die Grünflächen im Feriendorf Öfingen werden saniert“, erklärt er. Sie würden derzeit massiv bearbeitet. Dies sei für Besucher bereits an der Einfahrt zum Feriendorf ersichtlich. Hier wurden einige Bäume gefällt, die zuvor von der Firma Kilian Gartenbau aus Hochemmingen ausgiebig untersucht wurden. Dabei habe sich herausgestellt, dass einige Bäume bereits sturmgeschädigt oder krankheitsbedingt nicht mehr standsicher gewesen seien. Es habe die Gefahr bestanden, dass Passanten bei starkem Wind durch herabfallende Äste oder sogar umstürzende Bäume verletzt und parkende Fahrzeuge beschädigt werden. Stolz: „Die Verkehrssicherungspflicht liegt beim Grundstückseigentümer, das ist in diesem Fall die Feriendorf Öfingen Verwaltungsgesellschaft mbH. Diese sah sich zu ihrem großen Bedauern dazu gezwungen, die betroffenen Bäume fachgerecht fällen zu lassen.“

Eine Ersatzpflanzung erfolge mit bienen- und insektenfreundlichen Gewächsen, wie zum Beispiel Flieder, Forsythien und Bauernschneeball sowie heimischen Bäumen. Auch würden in mehreren Bereichen des Feriendorfs Blühwiesen angelegt, was das Programm der Stadt „Bad Dürrheim blüht auf“ maßgeblich unterstützen solle. Die Maßnahmen erfolgen in mehreren Abschnitten. So sei auch eine Steinwand für Kriechtiere wie zum Beispiel Eidechsen und Insekten vorgesehen, in einigen Bereichen sollen Hecken durch Wiesen ersetzt werden. „Die nicht unerheblichen Kosten hierfür tragen die Eigentümern der Ferienhäuser“, erklärt der Feriendorf-Geschäftsführer. Der bei den Arbeiten anfallende Grünschnitt werde fachgerecht weiterverarbeitet und der Natur wieder zugeführt.

Die Verantwortlichen seien sich sicher, dass das Feriendorf als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung noch attraktiver werde.

Das Feriendorf Öfingen gibt es seit 34 Jahren. Auf der Anlage stehen 132 Häuser, darunter das Wetterstudio Süd der Meteogroup. Im September 2008 haben Andrea und Knud Chandoni im Auftrag der H & P Touristik als Pächterehepaar die Anlage übernommen.Nicht nur von Touristen wird die Anlage genutzt. Die Grünflächen, der Spielplatz und die Kneipp-Anlage, die 2014 gebaut wurde, stehen auch Öfingern und Bürgern der anderen Teilorte Bad Dürrheims und der Kernstadt zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Im Juli 2018 wurde eine Pit-Pat-Anlage mit 18 Tischen eingerichtet, wie es sie auch im Bad Dürrheimer Kurpark gibt. Das Feriendorf verzeichnet rund 45 000 Übernachtungen jährlich. Beim Feriendorf beginnt auch der 2015 ausgezeichnete Premiumwanderweg „Himmelrunde“.