Beim Verein Kunstschaffende und Kunstfreunde Bad Dürrheim entstehen ständig neue Ideen für neue Aktionen. Neu ist auch Doris Arenas-Sepùlveda als erste Vorsitzende. Sie ist die Nachfolgerin von Jürgen Merk. Die 65-Jährige lebt in VS-Schwenningen. Sie war Verwaltungsangestellte bei der Diakonie in Schwenningen und auch im Bereich der Erwachsenenbildung der evangelischen Kirche tätig. Durch ihre Arbeit verfüge sie über Talent im Organisieren, das sie jetzt sinnvoll für den Verein einsetzen könne, so die Rentnerin, die sich als Teamplayer sieht und die Vereinsmitglieder gern aktiv einbezieht.

Und wer jetzt aufmerksam gelesen hat, stellt fest: eine Schwenningerin ist Vorsitzende in einem Bad Dürrheimer Kunstverein. Das zeigt – der Verein ist auch offen für Künstler und Kunstfreunde von außerhalb. Sie habe sich auch schon als Mitglied beim Kunstverein Villingen-Schwenningen beworben, erklärt Doris Arenas, jedoch eine Absage gekriegt. Über den Kontakt zu Gisela Schiermann kam sie schließlich zum Kunstverein Bad Dürrheim und hätte mal reingeschaut. Die Stimmung im Verein ist sehr gut, sie fühlte sich wohl und wurde im Januar 2018 dann Mitglied.

Sie male seit ihrer Jugend, habe viele Kurse in der Volkshochschule besucht, studiere ständig Bücher. Seit 13 Jahren male sie intensiv, seit ihrer Berentung fast jeden Tag. Die Zahl ihrer Bilder kann sie nicht beziffern. Aktuell hängen 40 Bilder von ihr im Seniorenzentrum Bethel in Trossingen, wo sie ebenfalls Mitglied im dortigen Kunstverein ist. Im Herbst sei dann eine gemeinsame Ausstellung mit Werken von ihr und Gisela Schiermann im AWO-Seniorenheim in Schwenningen vorgesehen, die unter dem Titel „Mensch und Natur“ stehen wird.

Ihre Maltechnik änderte sich von Ölfarben in ihrer Jugend, zu Aquarell und Linolschnitt. Dann habe sie 1999 während eines langen Krankenhausaufenthaltes alle Bilder zerschnitten und Kollagen daraus gefertigt. Zu Ölkreide kam sie, nachdem ihr während dieser Zeit ein Kästchen Ölkreidefarben geschenkt wurde. Diesen blieb sie lange treu, nun mischt sie seit einiger Zeit sämtliche Techniken.

Die Ideen sprudeln nur so aus ihr heraus. Sie verewigt Empfindungen, Eindrücke, Beobachtungen, Gesichter und vieles mehr. Doch der Platz in ihrem Zuhause ist begrenzt. Wo also hin mit all den Werken? „Die übermale ich, oder schneide sie wieder aus“, antwortet sie gelassen. Tut ihr das nicht weh? „Nein“, lautet die entschiedene Antwort. Sie habe nicht den Drang alles zu horten und aus Platzgründen male sie eh bewusst meistens kleinformatig.

Nicht nur die Vereinsvorsitzende sprüht vor Ideen, sondern auch der Verein selbst entpuppt sich als regelrechte Ideenschmiede. Bei den Kunsttreffen wird gemeinsam über alles diskutiert, mit sehr vielversprechenden Resultaten: Bald soll eine Stelenausstellung auf dem grünen Hügel vor dem Haus des Gastes stattfinden und zwar vom 27. September bis 8. Oktober. Die Vernissage der Stelenausstellung werde mit der Vernissage von Gisela Schiermann und Jürgen Merk zur nächsten Ausstellung in der Neuen Kleinen Galerie zusammengelegt. Merk habe als Kunstwerke „witzige Ideen in alten Rahmen“ angekündigt. „Das wird spannend“, ist sich Arenas sicher. Nächstes Jahr soll im Kurpark gar eine ganze Stelen-Allee entstehen und für Mai 2020 steht die Veranstaltung „Kunst im Stall“ am Antonihof im Kalender.