Auch wenn man weiß, dass das durch Mark und Bein gehende Sirenengeheul im Ort am Kilbigwochenende die Feuerwehrübungen ankündigt, macht sich dennoch Spannung breit, denn man weiß vorher nie, welches Szenario sich die jeweiligen Übungsleiter ausgedacht haben. Die Herbstübungen am Kilbigwochenende haben auf der Baar Tradition und gleich drei Ortswehren (Unterbaldingen, Oberbaldingen und Hochemmingen) probten am vergangenen Samstag unter den Augen zahlreicher Zuschauer den Ernstfall.

Den Anfang machte die Feuerwehr in Unterbaldingen. Hier wurde über die digitalen Funkmeldeempfänger alarmiert, mit denen alle Einsatzkräfte Dürrheims und der Teilorte ausgerüstet sind. Während des normalen Alltags werden die Feuerwehrmänner und -frauen in genau festgelegten Schleifen alarmiert. Am Übungstag geht der Funkmeldeempfänger natürlich bei allen gleichzeitig los. Mit dem Alarm können die Einsatzkräfte gleichzeitig sehen, zu welcher Art Einsatz sie gerufen werden.

Riegelstellung zum Schutz

Der Einsatzort in Unterbaldingen war das Gebäude in der Wartenbergstraße 17. Angenommen wurde ein Gebäudebrand im Ökonomieteil des Hauses, ausgelöst durch einen technischen Defekt bei Arbeiten an einem Kraftfahrzeug. Die Einsatzkräfte rückten mit dem im Ort stationierten Tragkraftspitzenfahrzeug (TSF) Baujahr 1986 und dem in Oberbaldingen stationierten Ostbaar-Fahrzeug, dem TSF 10/16, an. Dieses Fahrzeug steht allen Ostbaar-Feuerwehren zur Verfügung. Wie immer ging dem Einsatz eine kurze Lagebesprechung voraus, dann begaben sich sofort Atemschutzträger in das Gebäude, um nach den zwei als vermisst gemeldeten Personen zu suchen.

Gleichzeitig wurde die Wasserversorgung aufgebaut und mit den Löscharbeiten begonnen. Zur Wasserversorgung war es notwendig, über eine Strecke von 60 Metern eine Schlauchleitung zu legen. Die vermissten Personen wurden von der Jugendfeuerwehr gestellt, sie wurden schnell aufgefunden und zur Erstversorgung nach draußen gebracht. Abteilungskommandant Sascha Huber erklärte den Zuschauern alle Einzelheiten der Übung. Die Wartenbergstraße war während der Übung gesperrt.

In Unterbaldingen galt es für die Feuerwehrmänner, mit Atemschutzgeräten in der verrauchten Garage vermisste Personen zu retten.
In Unterbaldingen galt es für die Feuerwehrmänner, mit Atemschutzgeräten in der verrauchten Garage vermisste Personen zu retten. | Bild: Picasa

Im Heizungsraum eingeschlossen

In Oberbaldingen war bei Arbeiten an der Heizungsanlage im Untergeschoss des Rathauses eine Verpuffung mit großer Rauchentwicklung Übungsinhalt. Diese verhinderte im ganzen Gebäude, dass sowohl für den verletzten Arbeiter im Heizungsraum als auch für zwei Personen im Obergeschoss der Weg nach draußen versperrt war. Während die Atemschutzträger nach dem Arbeiter suchten, wurde parallel dazu eine Stegleiter am Gebäude aufgestellt, um über ein Fenster die Personen aus dem Obergeschoss zu retten. Für diese eindrückliche Demonstration wurde eine Übungspuppe verwendet. Eingebunden war auch die Jugendfeuerwehr Ostbaar. Sie übernahm die Riegelstellung, mit der die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach geschützt wurde. Moderiert wurde der Ablauf von Abteilungskommandant Volker Heppler.

Ähnlich verlief auch die letzte Übung des Tages bei der Hochemminger Abteilung ab. Nach einer kurzen Einweisung vor Ort in der Reutestraße 7 wurde die Brandbekämpfung eingeleitet, der Platz für die Verletztenbetreuung eingerichtet. Danach wurden unter Atemschutz die eingeschlossenen Personen gerettet und eine Riegelstellung zum Schutz der umliegenden Gebäude in der Nachbarschaft aufgebaut.