Über zwei Stunden heimatliche Folklore bot der Trachtenverein Bad Dürrheim während seines monatlichen Heimatabends im Kurhaus. Pünktlich zum Herbstbeginn krönte er damit einen wunderschönen Spätsommertag.

Vorsitzende Monika Duffner begrüßte eine erfreulich hohe Zahl an Besuchern, welche in der Folge mehr als zwei Stunden den Genuss eines abwechslungsreichen Programms erlebten. Der Trachtenverein hatte zahlreiche seiner Abteilungen zu einem Auftritt animiert und nicht zuletzt deshalb zum wiederholten Male bewiesen, weshalb er zu einer festen Vereinsgröße innerhalb der Solestadt zählt. Traditionell nutzt er seine Aufführungen auch dazu, das Publikum über Hintergründe und allerlei Wissenswertes über die aufgeführten Lieder, Tänze und Aufführungen zu informieren.

Reichlich Applaus beim Dürrheimer Heimatabend erhält die Glockenspielgruppe der Jugendlichen.
Reichlich Applaus beim Dürrheimer Heimatabend erhält die Glockenspielgruppe der Jugendlichen. | Bild: Rainer Bombardi

Maria Vogt trug mit ihrer heiteren Moderation ein Übriges zum Amüsement des Publikums bei. Beim Auftritt der Gäste von der historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe aus Villingen entführte sie in die Anfänge der Heimatabende mit dem Trachtenverein im Jahr 1955. Zur Premiere im alten Kurhaus waren damals ebenfalls die Villinger Freunde zu Gast, die seit jeher mit ihren eigenen Tänzen und einer eigenen Musikformation gefallen.

Die Gesanggruppe hatte bereits ein Loblied auf den Schwarzwald und das für die Heimatstadt einzigartige Dürrheimer Lied gesungen, als zum ersten Mal die Kinder- und Jugendgruppe unter der Leitung von Bärbel Reith und Rosmarie Löhrhoff die Bühne betrat. Das Engagement, mit dem sie Tänze, wie „Tay Jesh“ oder den „fröhlichen Kreis“ präsentierten, war ansteckend und entlockte dem Publikum begeisternden Beifall. Dieser war an diesem Abend noch einige Male zu hören.

Die historische Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen präsentiert sich im besten Licht.
Die historische Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen präsentiert sich im besten Licht. | Bild: Rainer Bombardi

Die Veranstaltung hatte bereits seine ersten Höhepunkte erlebt, als die Gesangsgruppe unter der Leitung von Emilia Bergmüller mit einem „Ihr seid willkommen“ das Publikum begrüßte. Solistin Gerlinde Sorgatz zog als Solojodlerin die Aufmerksamkeit auf sich. Ein besonderes Schmankerl war zudem der Auftritt der Jugendlichen die mit ihrem Glockenspiel in mehreren Liedern begeisterten. Die Gäste aus Villingen präsentierten sich mit historischer und in aufwendiger Handarbeit gefertigter Tracht mit alten und modernen Tänzen. In einem Quadrille-Tanz entführte die Tanzgruppe ins 18. Jahrhundert.

Sprecherin Ingrid Beck-Volk erläuterte die Bestandteile der Tracht. Auch erinnerte sie daran, dass die Haube als Kopfbedeckung der Frauen in Villingen nie einen Hinweis auf den Familienstand, dafür aber auf den gesellschaftlichen Stand gab. Bis zu 600 Arbeitsstunden seien zum Herstellen der Kopfbedeckung notwendig gewesen. Die Fertigung des Häs der Männer nahm dabei bedeutend weniger Zeit in Anspruch. Reich an Informationen und bestens unterhalten trat spätabends das Publikum den Heimweg an.

Die Darstellungen der historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe aus Villingen begeistern das Publikum.
Die Darstellungen der historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe aus Villingen begeistern das Publikum. | Bild: Rainer Bombardi

Wer Interesse an einer Teilnahme beim Trachtenverein hat, kann jeweils am Montagabend von 20 bis 22 Uhr die Proben des Vereins im Trachtenheim in der Schulstraße besuchen.

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