Fünf Vereine und Organisationen dürfen sich über eine Finanzspritze freuen: Die Bad Dürrheimer Mineralbrunnen haben zusammen mit einer Jury aus elf eingereichten Projekten fünf ausgewählt. Jetzt wurden sie vorgestellt.

1Was ist das für eine Förderung? Es handelt sich dabei um die sogenannte „Vergabe der Fördermittel aus der Vereinbarung zur Stärkung der Zusammenarbeit mit den Bad Dürrheimer Mineralbrunnen“. Dies ist eine Förderung, die aus einem Vertrag zwischen den Mineralbrunnen und der Verwaltung hervor geht. Dieser Vertrag besagt, dass die Stadt Bad Dürrheim und somit auch die Vereine verpflichtet sind, bei öffentlichen Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden ausschließlich nicht-alkoholische Getränke der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen auszuschenken. Im Gegenzug dazu stellt das Unternehmen die Förderung für soziale und bürgernahe Projekte zur Verfügung. Hauptamtsleiter Markus Stein betonte beim Pressegespräch im Pfadfinderheim: „Durch die Förderung schließen die Bad Dürrheimer Mineralbrunnen eine Lücke, die die Stadtverwaltung nicht durch die Haushaltsmittel decken könnte.“

2Wieviel Geld wird ausgeschüttet? 10 000 Euro. Bislang wurde die gesamte Summe ausgezahlt. Erstmals in diesem Jahr wurden 7500 Euro ausgeschüttet und die übrigen 2500 Euro für ein besonderes Leuchtturmprojekt 2017 zurück gelegt. Dieses wird dann stärker gefördert.

3Wer sitzt in der Jury? Hierin sitzen Vertreter der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen, der Stadtverwaltung, Fraktionsmitglieder des Gemeinderats und die Ortsvorsteher.

4Was verändert sich ab diesem Jahr? Der Vertrag wurde im Jahr 2013 geschlossen. Zunächst einmal für drei Jahre. Er lief mit der Förderung im vergangenen Jahr aus. Der Geschäftsführer der Mineralbrunnen, Ulrich Lössl, verkündete: „Wir werden den Vertrag gerne fortführen.“ Und zwar unbefristet, wie Hauptamtsleiter Markus Stein erläuterte. Denn: „Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht.“

5Welche Kriterien müssen die Projekte erfüllen? Dem Gemeinwohl müssen sie dienen, bürgernah und sozial sein. Unterstützt werden aber auch Projekte, die der Gesundheitsförderung und der Bildung dienen. Und die Projekte sollen zum Markenimage der Mineralbrunnen passen.

6Wie läuft die Teilnahme ab? Die Stadt Bad Dürrheim wird in diesen Tagen die Vereine, Organisationen und Institutionen anschreiben und zur Teilnahme anregen, „so dass diese ihre Anträge bis zu den Sommerferien erarbeiten und einreichen können“, erläuterte Hauptamtsleiter Markus Stein. Die Projekte müssen ausgearbeitet der Stadt zugeschickt werden. Im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres trifft die Jury dann die Auswahl.

7Welche Projekte wurden bislang unterstützt? In der ersten Förderrunde 2014 wurde die Idee des Deutschen Roten Kreuzes stark unterstützt, die Bad Dürrheimer Hallen und Begegnungsstätten mit automatisierten und externen Defibrillatoren zu bestücken. Sowohl die Kernstadt als auch die Ortsteile profitierten von der Entscheidung. Außerdem gab es eine finanzielle Unterstützung für das Kooperationsprojekt „Color-Splash-Park“ zwischen dem Jugendhaus und dem Generationentreff Lebenswert. Im vergangenen Jahr haben die Unterbaldinger Landfrauen einen Zuschuss zu ihrer neuen Küche bekommen, die Jugendkunstschule für ihr Medienprojekt an den Kindergärten und der Förderverein der Realschule am Salinensee zum Aufhübschen des Aufenthaltsraums.


Die Projekte: Von der neuen Küche bis zur lang ersehnten Bronze-Skulptur

Café International: Einmal pro Woche, immer montags, treffen sich im Generationentreff Lebenswert Frauen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen aus etwa sieben verschiedenen Nationen. Organisatorin Sara Kalacaoglan zählt auf: „Zu uns kommen Frauen aus Polen, Deutschland, Portugal, Finnland, Italien, der Türkei und Rumänien.“ Während der zwei Stunden des Treffens stehen immer wieder unterschiedliche Dinge auf dem Programm: Mal hören sie Vorträge über Kindererziehung, mal kochen sie, mal sehen sie einen Ratgeber über pubertierende Kinder an. Ausdrücklich dazu eingeladen sind auch Asylbewerberinnen. So sollen die Frauen integriert werden. Angelika Strittmatter vom Vorstandsteam des Generationentreffs sagte: „Zusammen mit dem Sozialamt konnten wir eine Plattform schaffen.“ Das Projekt soll nun ausgedehnt werden. Das Lebenswert plant Vortragsreihen über Weltreligionen mit dem Schwerpunkt Islam sowie Veranstaltungen mit den Freundeskreisen der Partnerstädte. Hierfür wird das Geld verwendet.

Lesewelt: Vor drei Jahren wurde das Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist, so berichtete Projektleiter Karl Lotz, die Lesefähigkeit, das Verständnis und die Sprachfähigkeit der Kinder zu fördern. Zehn Ehrenamtliche der Lesewelt sind in den neun Dürrheimer Vereinen unterwegs, „sie sind schon richtig in den Kindergärten integriert“, informierte Lotz. Mit der Finanzspritze sollen Lesehilfen bezahlt werden. Dazu zählen unter anderem Lesetheater. Das sind Kästen, in denen Bilder parallel zu einer Geschichte gezeigt werden.

Kulturlotsen: Das von Olaf Hovingh in Dürrheim 2012 eingeführte Projekt erfreut sich seinen Angaben nach großer Beliebtheit. „Bisher hatten wir über 100 Veranstaltungen.“ Kinder unternehmen dabei mit Ehrenamtlichen Fahrten in Museen oder zu sonstigen kulturellen Einrichtungen. So soll ihnen Kultur näher gebracht werden. In diesem Jahr sollen 30 Fahrten unternommen werden. Im Schnitt besuchen 20 Kinder eine Veranstaltung.

Bronze-Skulptur: Seit 27 Jahren spart die Narrenzunft Hochemmingen auf eine Bronze-Skulptur, die auf dem Rathausplatz aufgestellt werden soll. Nun ist es endlich soweit. Am 21. August soll die 1,40 Meter hohe Figur, die dank des Zuschusses der Mineralbrunnen, vollends finanziert werden konnte, eingeweiht. Dennoch, so betonte Margot Hettich vom Vorstandsteam: „Wir freuen uns über weitere Spenden.“ Durch die Eckbühlblätz-Skulptur soll der Rathausplatz verschönert und für die Dorfgemeinschaft attraktiver gemacht werden.

Neue Küche: Die Küche der Pfadfinder wird viel genutzt und war daher dringend erneuerungsbedürftig. Der Vorsitzende Christian Drexhage erläuterte: „Wir haben die Küche komplett neu gemacht.“ Er zählte auf: Unter anderem haben sie neue Schränke mitsamt Innenleben eingebaut, die Elektrik erneuert, zwei neue Geschirrspülmaschinen und eine Ablufthaube gekauft, ebenso ein neues Kochfeld. Eine neue Arbeitsplatte und neue Wandfließen wurden ebenfalls montiert. Die Pfadis stellen ihre Räumlichkeiten auch anderen Vereinen oder bei Veranstaltungen wie etwa dem Riderman zur Verfügung. Die 26 Jahre alte Küche wird außerdem von den Jugendgruppen genutzt. Insgesamt haben die Pfadis rund 12 000 Euro in die neue Küche gesteckt, wobei sie die Finanzspritze der Mineralbrunnen gut gebrauchen konnten. (suk)