Das erstmalige Gastieren des Villinger Chorus Mundi in der evangelischen Johanneskirche der Kurstadt war mehr als nur eine gelungene Premiere. Mit 251 Besuchern und einem Spendenerlös von über 1000 Euro steht das besucherstärkste Konzert der Reihe Stunde der Kirchenmusik für 2016 wohl jetzt schon fest. Die 35-köpfige Sangesgemeinschaft bot einen Querschnitt durch ihr Repertoire weltlicher und geistlicher Chormusik. Dabei bewies der Chor, dass er fest im Gospel verwurzelt ist, aber auch, dass er um die Anreicherung seines Liedguts mit zeitgenössischer Musik nicht verlegen ist.

Kennern der Bad Dürrheimer Kirchenmusikszene dürfte das chronologisch späte Zusammentreffen von Chor und Veranstaltung fragwürdig erscheinen. Seit 2000 ist Chorus Mundi eine feste Institution geistlichen Gesangs und die Veranstaltung Stunden der Kirchenmusik existiert in Bad Dürrheim bereits seit Jahrzehnten. Warum also findet man erst im Jahr 2016 zusammen? Veranstaltungsleiter Walter Fürniß klärt auf: "Der Chor ist mit zahlreichen Auftritten in der katholischen Gemeinde dort eine feste Größe. Wir wollten durch Abwerbung nicht für böses Blut sorgen. Der Chor kam dann aber auf uns zu und nach Absprachen war das alles kein Problem."

Der Erfolg des ersten Auftritts liess sich beim Auditorium auch anhand der unmittelbaren Reaktion messen. Das Klatschverbot zur mentalen Besinnung gilt bei der Stunde der Kirchenmusik offenbar nicht mehr. Mit lautstarkem Zwischenapplaus wurde jeder einzelne Beitrag honoriert. Ob Stücke aus dem aktuellen Verzeichnis wie "You are my home" und "I've got peace like a river" oder Addaptionen moderner Hits wie Adiemus, Moderne und Gospeltradition kamen an.

Die jetzigen Besucherzahlen liegen voll im Fahrwasser der aktuellen Entwicklung der Veranstaltung. Pro Konzert begrüßt Fürniß durchschnittlich 120 bis 150 Hörer, was einer deutchlichen Steigerung zum Vorjahr entspricht. Auf manche Neuerungen können sich Anhänger der Konzertreihe dieses Jahr noch freuen, etwa auf gregorianischen Gesang am 23. Oktober.