Alexander Hämmerling

Seit 2017 hat der Generationentreff Lebenswert den Wandel von einer reinen Begegnungsstätte für gemeinsame Aktivitäten zum Projektpartner beim Thema demografischer Wandel vollzogen. Überdies hat der Generationentreff als eines der wenigen anerkannten Mehrgenerationenhäuser Modellcharakter. Nun steht das nächste Projekt in den Startlöchern.

Primäres Ziel der Aktionen ist die Teilhabe von Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen am gesellschaftlichen Leben, vor allem mit Mitteln der digitalen Medien. Generationenworkshops wie die Internetlotsen oder das Projekt "Demografieprozess Bad Dürrheim" sind nur zwei unter zahlreichen Aktivitäten. Haus und Protagonisten haben nun für ihr Vorhaben, eine digitale Plattform einzurichten, einen weiteren Preis eingeheimst.

Erst am 18. März erhielt der Generationentreff für sein Projekt "Im Netz daheim und nicht allein" den dritten Jury-Hauptpreis unter 600 Einreichungen bei einer Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen. Gegenstand des Projekt war, Senioren durch Schulungen an digitalen Medien (Handy, Tablet oder Laptop) eine erhöhte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Konjunktur für Ideenwettbewerbe

Bundesweite Ideenwettbewerbe mit bereitstellenden Finanzierungsstrukturen genießen momentan Hochkonjunktur. "Ich kriege aktuell mehrere E-Mails täglich mit Anregungen zur Teilnahme an Wettbewerben, Projekten oder Initiativen", sagt Vorstandsmitglied Angelika Strittmatter. Am Freitag der vergangenen Woche sei dann der Anruf eingegangen, dass man den ersten Publikumspreis bei der zweiten Runde des Mehrgenerationen-Hauspreises, einem Ideenwettbewerb des Familienministeriums, gewonnen habe. Somit könne man sich zu den "Demografiegestaltern 2019" rechnen. Die Auszeichnung ist mit 2000 Euro dotiert und soll im Sommer persönlich durch Ministerin Franziska Giffey oder einer Staatssekretärin übergeben werden.

Beworben hatte sich der Genrationentreff mit den Plänen, eine "digitale Plattform" einzurichten, die öffentliche und soziale Angebote vor Ort bündelt. Soziale Teilhabe wäre zu realisieren, indem "Alltagsaktivitäten, Kommunikation, Medien und bürgerschaftliches Engagement" auf dieser Plattform stattfinden, die man sich als eine Art regionales Facebook vorstellen könne, so Strittmatter. Man hätte lokal bezogen leicht Einblick auf Veranstaltungen, Angebote und kommunikative Treffen. Nachdem man bei den Internetkursen den Senioren den Umgang mit auch sozialen Medien beigebracht hätte, könnten diese ihre Fähigkeiten nun differenzierter einsetzen. Generationenübergreifend sollen Privatpersonen, Vereine oder Gewerbetreibende auf der Plattform ihre Angebote offerieren. "So können durch virtuelle Kommunikation reale Begegnungen entstehen. Alle Partner hätten einen spürbaren Mehrwert", fährt Strittmatter fort.

Als kompetenter Partner für die Umsetzung des Vorhabens sei die Hochschule Furtwangen University (HFU) durch ihre Erfahrungen beim Projekt der virtuellen Begehung der Musterwohnung "BEATE" prädestiniert. Zusätzlich habe die HFU durch ihr Projekt der sozialraumorientierten Versorgungskonzepte Erfahrung mit derlei Plattformen. Realisierte Projekte wie "Sonja" für Senioren in Kirchheim unter Teck könnten als Prototyp angesehen werden.

Verschiedene Gespräche seien bereits gelaufen. "Unser Projekt nimmt Gestalt an", erklärt Strittmatter. Man wisse, dass mit 2000 Euro keine allzu großen Sprünge möglich sind. Gelänge es jedoch, Veranstaltungen, Versorgungsthemen oder etwa lokale Unterstützungssysteme auf der Plattform zu vereinigen, wäre man zufrieden.