Mehrgenerationen-häuser, betreute Wohngemeinschaften, Senioren-Wohngemeinschaften, Wohngruppen im Seniorenstift oder gemeinschaftliche Wohnprojekte: Die alternativen Wohnformen für Senioren sind im Kommen. Und der Generationentreff Lebenswert wird sich eben diesem Thema widmen und startet ein Projekt.

1Was ist das Ziel des Projekts? „Dass wir den Interessierten grundsätzlich die Möglichkeiten der modernen alternativen Wohnformen im Alter aufzeigen können“, fasst es Wolfgang Götz vom Vorstands-Team des Vereins Lebenswert zusammen. Er ergänzt: „Wir möchten den Menschen damit auch die Sorge und Last vor diesem Schritt nehmen.“

2Weshalb greift der Generationentreff dieses Thema auf? Da in Bad Dürrheim überdurchschnittlich viele Senioren leben und „immer mehr Senioren ihre Wohnsituation nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern frühzeitig mitgestalten wollen, greift der Generationentreff dieses Thema auf“. So kündigt es der Verein in einer Pressemitteilung an.

3Was ist geplant? Zunächst einmal wird die Soziologin Eva Wonneberger vom VIS-Institut für Gemeinschaftliches Wohnen einen Vortrag in den Räumen des Vereins halten. Dieser beginnt am Montag, 9. Mai, um 19 Uhr in der Viktoriastraße 7 und ist zugleich die Auftaktveranstaltung des Projekts. Die Referentin wird zunächst erläutern, was das gemeinsame Merkmal der neuen Wohnformen ist, nämlich, „dass selbstorganisierte Gruppen ihre Wohn- und Lebenszukunft selbst in die Hand nehmen“. Anschließend können die Besucher ihre Fragen stellen, eine Diskussion ist erwünscht. „Wir möchten zunächst einmal herausfinden, ob in Bad Dürrheim der Bedarf nach alternativen Wohnformen besteht“, erläutert Wolfgang Götz. Dazu bekommen die Besucher des Vortragsabends einen Fragebogen, mittels dem die Bedarfssituation analysiert werden soll. „Dann werden wir sehen, in welche Richtung das Projekt seinen Lauf nimmt“, sagt das Vorstandsmitglied des Generationentreffs. Die Stadtverwaltung stehe dem Projekt offen gegenüber, so Götz. Zu viel über das Projekt verraten möchte Wolfgang Götz noch nicht. Aber unter anderem ist geplant, eine Fahrt in den Kreis Konstanz zu unternehmen und vor Ort ein Mehrgenerationenhaus zu besichtigen.

4Wie wird der Generationentreff das Thema noch weiter vorantreiben? „Wir werden ganz bestimmt keine Grundstücke kaufen und darauf Mehrgenerationenhäuser bauen“, sagt Wolfgang Götz lachend. „Wir werden beratend tätig sein und die Interessenten unterstützen, auch bei der Suche von geeigneten Immobilien oder Grundstücken.“


Seniorenanteil

In Bad Dürrheim lebten laut Statistischem Landesamt im Jahr 2014 rund 3600 Personen in einem Alter ab 65 Jahren. Damit ist der Anteil der Senioren in der Kur- und Bäderstadt vergleichsweise hoch. Insgesamt waren 2014 12 775 Personen in Bad Dürrheim gemeldet. Somit ist jeder vierte Bad Dürrheimer statistisch im Seniorenalter. Die Bevölkerung schätzt laut Bürgermeister Klumpp die ebene Innenstadt und die gute Erreichbarkeit der diversen Einrichtungen. Die Gemeinde mit dem niedrigsten Anteil an Jugendlichen in der Region ist laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer vom Jahr 2012 Bad Dürrheim mit etwas mehr als 15 Prozent. (suk)