Der Generationentreff Lebenswert wurde in das Bundesförderprogramm Mehrgenerationenhaus aufgenommen. In den kommenden vier Jahren werden somit von Seiten des Bundes jährlich 30 000 Euro an den Verein fließen. Weitere 10 000 Euro kommen von Seiten der Kommune, die dem Generationentreff allerdings bereits in Form von Mietbeteiligung und anderer Unterstützung zugutekommt. Die zusätzlichen Finanzmittel sollen zum Ausbau der Programme und für eine zusätzliche Stelle in der Verwaltung genutzt werden.

Bereits im November vergangenen Jahres sei dem Verein eine Förderung in Aussicht gestellt worden, erklärt Angelika Strittmatter vom Vorstand des Generationentreffs. Ende Dezember sei dann die Zusage erfolgt. "Das ist ein riesiger Erfolg für unseren Verein", sagt sie. Gemeinsam mit den Bürgern wolle man nun überlegen, wie sich die Projekte weiterentwickeln und ausgebaut werden können. Zwei der Projekte, die von der Förderung profitieren sollen, stehen allerdings bereits fest: das Projekt "Neue Wohnformen" und die Lernlotsen.

Seit 2012 geben ehrenamtliche Lernlotsen Kindern aus einkommensschwachen Familien Nachhilfe. Ziel sei es, einen Ausgleich zu schaffen, sodass "alle Schüler die gleichen Bildungschancen haben", sagt Erhard Teichert, Verantwortlicher für das Projekt. Derzeit betreuen sechs Lotsen acht Schüler. "Damit sind wir an unseren Grenzen angelangt", erklärt er. Allerdings gebe es Anfragen von weiteren Schülern, denen mit dem derzeitigen Personal nicht nachgekommen werden könne, weshalb weitere ehrenamtliche Helfer gesucht werden. Anforderungen sind ein gutes Allgemeinwissen und die Fähigkeit zur Kommunikation und zum lösungsorientierten Arbeiten. Eine pädagogische Ausbildung ist nicht notwendig.

Das zweite Projekt, dass von der Förderung profitieren soll, ist das Projekt "Neue Wohnformen", dass noch in der Anfangsphase steckt. Gerade in Bad Dürrheim mache der demografische Wandel solche Überlegungen aber notwendig, sagt Wolfgang Götz vom Vorstand des Vereins Generationentreff Lebenswert: "Denn Bad Dürrheim hat ein sehr hohes Durchschnittsalter." Ziel sei es, wie der Name schon sagt, andere Wohnformen ins Leben zu rufen, wie beispielsweise das "Tür-zu-Tür-Wohnen."

Dies soll gerade älteren Bürgern ermöglichen, Teil der Gemeinde zu bleiben, biete aber gleichzeitig auch eine Rückzugsmöglichkeit, die es in Wohngemeinschaften nicht gebe. Zwar wolle der Verein selbst nicht bauen, er wolle aber dafür sorgen, dass das Projekt zum Laufen kommt, erzählt Wolfgang Götz: "Da kommt uns die Förderung gerade recht. Sie ist für uns ein Quantensprung."
 

Informationen zum Verein und zu den Projekten gibt es im Internet auf www.generationentreff-lebenswert.de oder telefonisch unter 07726/3890337.

 

Das Förderprogramm

Das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus ist ein 2017 gestartetes Programm zur Förderung von sogenannten Mehrgenerationenhäusern. Bundesweit profitieren 550 solcher Häuser von der Förderung. Die Einrichtungen erhalten vier Jahre lang 40 000 Euro im Jahr, von denen 30 000 Euro vom Bund und 10 000 von der Kommune kommen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Mehrgenerationenhaus und Kommune bei der Gestaltung des demografischen Wandels zu fördern. (tol)