Bad Dürrheim (das) Es war eine optimistische Botschaft, die Eva Wonneberger den rund 30 Zuhörern im voll besetzten Generationentreff Lebenswert mitgebracht hatte. In ihrem Vortrag zu seniorengerechtem Wohnen unterstrich die Diplom-Soziologin die positiven Folgen des demografischen Wandels.

"Es werden nicht nur mehr Menschen älter, sondern auch gesünder älter." Wonneberger berichtete, wie sie im Rahmen ihrer bisherigen Forschungsarbeit immer wieder Menschen getroffen habe, die ihren Lebensabend gerade deshalb als einen Neubeginn gestalten konnten. Dazu ermunterte sie auch die Besucher in Bad Dürrheim. "Statt nach dem Auszug der Kinder alleine in einem großen Haus zu vereinsamen, hat es viele Vorteile, gemeinsam in größeren Wohngruppen den Alltag zu gestalten." Ältere Menschen, die gemeinsam wohnen, seien im Vergleich zu ihren Altersgenossen aktiver, besser sozial integriert und zufriedener mit ihrer Lebenssituation. Dieses Ergebnis einer aktuellen Studie konnte die Soziologin durch zahlreiche Anekdoten veranschaulichen.

Seit 2013 ist Wonneberger in Baden-Württemberg unterwegs und besucht die unterschiedlichsten Orte, an denen Senioren gemeinsam wohnen. Einen Fokus legte sie in ihrem Vortrag auf Projekte, in denen Menschen selbstbestimmt in eigenen Wohnungen leben, sich aber über bewusst geschaffene Berührungspunkte in ihrem Alltag unterstützen. "Das kann über gemeinschaftliche Freizeitaktionen, Vereinbarungen zu gegenseitiger Hilfe, bis hin zum Teilen von Waschmaschinen vieles bedeuten", erklärte Wonneberger.

Insgesamt gäbe es in Baden-Württemberg schon über 500 Initiativen im Bereich seniorengerechtes Wohnen, die entweder von Kommunen, privaten Architekten oder den Bewohnern selbst ins Leben gerufen worden seien. "Damit handelt es sich um den am schnellsten wachsenden Sektor auf dem Wohnungsmarkt", verdeutlichte die Referentin. Zum Abschluss des Abends bot sie ihre Beratungshilfe bei der konkreten Umsetzung neuer Wohnvorhaben an. Um herauszufinden, ob in Bad Dürrheim dafür wirklich Bedarf besteht, verteilte der Generationentreff im Anschluss an den Vortrag einen ausführlichen Umfragebogen. Je nachdem, welche Ergebnisse erzielt werden, will man bald bereits noch speziellere Vortragsangebote organisieren.