Ein Hallen- und Freibad, ein Schulschwimmbad, ein Freibad oder möglicherweise doch gar kein Schwimmbad? Wie es weitergehen soll, wenn das marode Schwimmbad Minara nicht mehr betrieben werden kann, ist derzeit unklar. Bürgermeister Walter Klumpp lädt daher am Freitag, 13. Oktober, 19 Uhr, zum Informationsabend ins Haus des Bürgers, Salinenstraße 14. Die Impulse der Bevölkerung sollen in die Grundsatzentscheidung einfließen, verspricht er. Noch in diesem Jahr soll im Gemeinderat beschlossen werden, ob Bad Dürrheim auch in Zukunft ein Schwimmbad hat.

  • Minara: Regelmäßig wird das 42 Jahre alte Bad aus Reparatur- oder Wartungsgründen tageweise geschlossen. Sieben Mitarbeiter, darunter Festangestellte und Aushilfen, sind ausschließlich im Minara tätig. Sollte es ein Nachfolgebad geben, werden diese während der Bauphase im Solemar beschäftigt. Sollte es kein neues Bad geben, oder das zukünftige Bad in Betrieb und Ausstattung reduziert sein, sollen die Minara-Mitarbeiter ebenfalls in den Solemar-Betrieb integriert werden, heißt es seitens der Kur- und Bäder GmbH.
  • Sanierung: Eine Sanierung wäre teurer als der Bau eines neuen Hallen- und Freibades – zumindest ist dies der Stand aus dem Jahr 2015. Der Gemeinderat hatte damals prüfen lassen, was eine Sanierung oder ein Neubau kosten würde. Eine Komplettsanierung belief sich auf 12 169 000 Millionen Euro. Hinzu käme ein jährlich ungedeckter Aufwand von 887 300 Euro.
    Eine Minimalsanierung des Hallen- und Freibades wurden damals auf 10 271 399 Millionen Euro geschätzt (jährlich ungedeckter Aufwand 841 300 Euro). Ein neues Hallen- und Freibad – ausgestattet mit Sport- und Bewegungsbecken innen, Außenbecken, sanierter Rutsche – wurde mit 13 472 000 Millionen Euro kalkuliert. Der Neubau eines Freibads hätte damals knapp 5 Millionen Euro gekostet. Freibäder in dieser Größenordnung liegen derzeit laut Bürgermeister Walter Klumpp zwischen 5,8 Millionen Euro und 7 Millionen Euro (alles Nettobeträge).
  • Budget: Für den Neubau hat der Gemeinderat im Herbst vergangenen Jahres ein Budget von 8,9 Millionen Euro beschlossen. Der Preis kam dadurch zustande, dass der Rat damals den Bau eines Carbio-Bades in Erwägung zog. Dieses wurde mit einem Investitionsvolumen von gut 8,2 Millionen Euro und einem errechneten jährlich ungedeckten Aufwand von 590 300 Euro kalkuliert. Im Vergleich zu heute wäre dies eine zusätzliche Belastung von rund 200 000 Euro.
  • Solemar: Zwar ist es schon 30 Jahre alt, nach wie vor ist das Solemar aber die wichtigste Grundlage für das Tourismus- und Gesundheitswesen der Stadt und Haupteinnahmequelle der Kur- und Bäder GmbH, so Klumpp. Nun habe sich gezeigt, dass die üblichen bis 700 000 Euro für die jährlichen Sanierungsarbeiten nicht mehr ausreichten. Allein in diesem Jahr wurde bereits eine Million Euro eingeplant. Daher müsse die Kur- und Bäder GmbH im Unterhaltungsaufwand von der Stadt unterstützt werden. Bis 2027 ist jährlich mit durchschnittlich mindestens 1,4 Millionen bis 1,6 Millionen Euro an Sanierungskosten zu rechnen.
  • Ausblick: Ein einfaches Hallenbad übersteigt das Budget von 8,9 Millionen Euro. Mit der Instandhaltung des Solemar kommen laut Stadt jährliche Mehrkosten von bis zu 1,2 Millionen Euro für beide Einrichtungen zusammen. Hinzu kommen Kosten für weitere Großprojekte, etwa der Neubau eines Kindergartens in der Kernstadt und die Hallenerweiterung in der Ostbaarschule in Oberbaldingen. Die entstehende "Deckungslücke" könne schwer durch Einsparungen gedeckt werden, sagte Klumpp.

Was ist Ihre Meinung?

Wie wichtig ist ein Hallen- und Freibad in Bad Dürrheim? Ist es zu jedem Preis notwendig? Reicht auch eine weniger aufwendig ausgestattete Alternative? Oder genügt das Wellness- und Gesundheitszentrum Solemar, sodass ein Schwimmbad gar nicht notwendig ist? Stimmen Sie ab!

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