Die 1250-Jahr-Feier von Baldingen wirft ihren Schatten voraus. Und das seit mittlerweile fast zwei Jahren. So lange ist es her, dass sich die verschiedenen Arbeitsgruppen gebildet haben, die das Fest organisieren. Heute stellt der SÜDKURIER die Arbeitsgruppe vor, die für das Erstellen des Jubiläumsvideos zuständig ist.

Diese Arbeitsgruppe besteht eigentlich nur zwei Leuten: Franz Eisele ist der Filmemacher und er wird von Beate Kutzli unterstützt. Doch ohne die vielen Darsteller, die sich bereit erklärt haben, im Video eine Rolle zu übernehmen, wäre natürlich seine Arbeit nicht möglich. Der SÜDKURIER durfte hinter die Kulissen des Videodrehs schauen und war dabei, als Aufnahmen in der Ostbaarschule gemacht wurden.

Schule früher und heute

Mitwirkende waren zum Beispiel die Kinder der dritten Klasse der Ostbaarschule. Sie trafen sich zunächst im Schulmuseum in Hüfingen. Lehrerin Stephanie Greiner und ihre zwölf Drittklässler stellten in den Räumlichkeiten des Schulmuseums eine Schulstunde nach, wie sie vor 100 Jahren hätte real sein können. Die Kinder mussten also aufstehen, als die Lehrerin den Raum betrat, sie hatten alte Schulranzen und Federmäppchen und schrieben noch auf Schiefertafeln.

„Das war für uns alle eine spannende Sache“, berichtet die Klassenlehrerin, die von der einen oder anderen Szenerie in Hüfingen selbst überrascht war. „Wir haben vieles nachgespielt und die Kinder haben super mitgemacht. Den Rohrstock, der früher wohl tatsächlich oft zum Einsatz kam, haben wir aber weggelassen“, erzählt Stephanie Greiner mit einem herzlichen Lachen.

Danach ging es zurück in die Schule, ins Hier und Jetzt. Nun kamen nicht mehr Kreide und Schiefertafeln zum Einsatz, sondern moderne Technik – das „Snappet“. Für alle, die nicht wissen, was damit gemeint ist: Es handelt sich um eine Art Tablet, das den Einstieg in das digitale Lernzeitalter schafft. „Als Lehrer kann ich hiermit auf Stärken und Schwächen meiner Schüler eingehen und diese durch gezielte Aufgabenstellungen individuell fördern und verbessern“, erklärt Stephanie Greiner. Genauso eindrucksvoll ist die Tafel, auf der mit einer Art Beamer interaktive Aufgaben gelöst werden müssen.

Franz Eisele nimmt verschiedene Szenen mit den Schulkindern auf. Er braucht rund vier Stunden Grundmaterial für den endgültigen Film mit einer Länge von etwa einer halben Stunde.
Franz Eisele nimmt verschiedene Szenen mit den Schulkindern auf. Er braucht rund vier Stunden Grundmaterial für den endgültigen Film mit einer Länge von etwa einer halben Stunde.

Und genau das ist es, was Franz Eisele mit seiner Kamera festhält. „Der Kontrast zwischen damals und heute könnte nicht größer sein“, freut sich der Architekt, der das Filmen als sein größtes und liebstes Hobby bezeichnet. Er freut sich riesig über die Filmaufnahmen, zu denen sich Lehrerin und Schüler bereiterklärt haben. „Die Szene wird im Film etwa eine Minute dauern. Aber sie verdeutlicht sehr anschaulich, wie sich das Lernen verändert hat“, so Eisele.

Ein Film über die Ortsgeschichte

Der Film werde nicht nur die beiden Baldinger Orte und ihre 1250-jährige Geschichte beleuchten, so Eisele. Er soll die ganze Region aufgreifen und zeigen, woher wir kommen. Anfangen in der Eiszeit, werden die Steinzeitfunde der Region aufgegriffen, die Zeit der Kelten und Römer gestreift, die hier teilweise sesshaft waren, oder durchgezogen sind. Und er mündet in der Gegenwart, in der zwei Orte, die durch die gräfische Erbteilung vor 650 Jahren getrennt wurden, heute wieder zu einer Gemeinschaft zusammengefunden haben. „Der Film soll natürlich auch vermarktet werden. Deshalb beziehen wir das Umland ein, um ein größeres Interesse daran zu wecken“, betont der Filmemacher.

Für wenige Minuten Film braucht der Hobbyfilmer viele Stunden Filmmaterial. Insgesamt soll das Gesamtwerk etwa 25 bis 30 Minuten lang werden. Das Schneiden des Films, der komplett in schwarz-weiß gehalten wird, hat Eisele extern vergeben. „Mir reicht einfach die Zeit nicht mehr, das selbst zu machen“, erzählt Franz Eisele. Und auch die Vertonung wird von einem professionellen Sprecher übernommen. Das kostet natürlich alles auch Geld. Aber da der Film im Rahmen des Festaktes, also am 6. Juli, gezeigt werden soll, drängt die Zeit. Viele Szenen hat Eisele bereits auf Chip gebannt. Manche noch ausstehende Teile kann er nur bei schönem Wetter drehen. Dieses hatte er bei diesem Dreh und so konnte er zum Schluss noch seine Drohne über die freudig winkenden Schüler hinwegfliegen lassen. Es war ein tolles Bild.

Mit der Fernsteuerung hat Eisele die Drohne stets unter Kontrolle.
Mit der Fernsteuerung hat Eisele die Drohne stets unter Kontrolle.