Auch für die Fastnacht gilt: Gemeinsam feiert es sich am schönsten. Nicht zuletzt aus diesem Grund wünscht sich die Urviecherzunft Bad Dürrheim eine Aufnahme in die Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV). Was bereits in der Anfangszeit des fast 40 Jahre alten Vereins vergeblich versucht wurde, soll nun in einem erneuten Anlauf klappen.

An diesen ersten Versuch habe man sich Rückbesonnen, sagt Vereinsvorsitzender Matthias Nann. Denn es habe durchaus Diskussion in der Zunft gegeben, ob eine Mitgliedschaft in der SNV das Richtige für die Urviecher sei. Deshalb habe man sich zu einen Mitgliederentscheid entschlossen, der positiv ausgefallen sei. "Das war keine Entscheidung, die wir übers Knie gebrochen haben", meint Schriftführerin Daniela Schwarz.

Die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der SNV seien nicht so streng wie bei anderen Vereinigungen, erklärt Schwarz: "Eine Historie zu haben ist nicht zwingend vorausgesetzt." Wichtigste Bedingung sei, dass man ein eingetragener und lebendiger Verein ist, der die Fastnacht im eigenen Ort mitgestaltet. Daneben sei aber auch die Patenschaft eines Vollmitglieds der SNV notwendig, erläutert die Schriftführerin weiter. Hier sei den Urviechern die seit Langem bestehende närrische Freundschaft mit der Narrenzunft Hochemmingen entgegengekommen, die sich schnell dazu bereit erklärt habe, den Aufnahmeantrag zu unterstützen.

Ob die Urviecherzunft in die Narrenvereinigung aufgenommen wird, entscheiden die 50 Mitgliedsvereine beim Herbstkonvent Ende Oktober in Fischbach. Die Urviecher sehen dieser Entscheidung positiv optimistisch entgegen. Man habe bereits Signale bekommen, dass es eine Mehrheit für die Aufnahme geben wird, sagt Matthias Nann. "Wir sind als Zunft auch nicht unattraktiv", meint er. Denn die Mitgliedsvereine greifen sich bei Veranstaltungen gegenseitig unter die Arme. Die Vereinigung habe viele schöne, lebendige, aber eben auch kleine Vereine, sagt Daniela Schwarz. Tatsächlich wäre die Urviecherzunft mit rund 500 aktiven Mitgliedern der, an diesem Wert gemessen, zweitgrößte Verein in der SNV, hinter der Villinger Hexenzunft mit rund 600 Aktiven.

Auf der anderen Seite erhoffen sich die Urviecher natürlich auch einen Nutzen. "Wir versprechen uns neue Verbindungen", sagt Matthias Nann. Innerhalb der Vereinigung könne man Erfahrungen austauschen, zum Beispiel über Organisation und Logistik bei Veranstaltungen. Zwar schaffe die Urviecherzunft sehr viel auch allein, aber der Austausch mit anderen Vereinen eröffne neue Möglichkeiten, ergänzt Daniela Schwarz. Dies sei auch bei Vereinsfreundschaften gegeben, jedoch seinen in einer Vereinigung die Verbindungen noch enger.

Ob mit oder ohne Mitgliedschaft: Für die Urviecher besteht in naher Zukunft trotzdem Grund zum Feiern. Am 16. und 17. Januar 2019 wird der Verein sein 40-jähriges Bestehen zelebrieren, verrät Matthias Nann. Dafür sei man bereits in Gesprächen mit der Stadtverwaltung. Geplant seien unter anderem ein Kinderumzug und ein Nachtumzug, ein Narrendorf und ein bunter Abend im Haus des Bürgers. Eventuell werde der Verein auch einen eigenen Narrenbaum aufstellen, sagt Nann. Dafür sei man in Gesprächen mit der Siedergilde. Bei einer Aufnahme in die SNV werden natürlich auch die anderen Mitgliedszünfte eingeladen – vielleicht ein kleiner Ansporn, bei der anstehenden Abstimmung.

Die Urviecherzunft

Die Urviecher gehen auf eine unorganisierte Gruppe Bad Dürrheimer aus dem Jahr 1972 zurück, die sich als Alternative zu der Narrenzunft Bad Dürrheim zusammengeschlossen hat. 1979 erfolgte die offizielle Vereinsgründung mit 37 Hästrägern. Seitdem hat sich die Zunft zu einem festen Bestandteil der Dürrheimer Fastnacht entwickelt. Heute hat der Fastnachtsverein 505 aktive Mitglieder. (tol)