Die Narrenzunft Bad Dürrheim bestätigte am vergangenen Samstag bei der Jahreshauptversammlung mit Zunftmeister Joachim Müller, Säckelmeister Rainer Daniel und Zeremonienmeister Klaus Götz sein altbewährtes Dreiergespann im geschäftsführenden Vorstand. Nach viermonatiger Sanierung stehe die neue Zunftküche im Vereinsheim Bohrturm kurz vor ihrer Vollendung, so die Verlautbarung. Die Dürrheimer Narren haben ein intensives Vereinsjahr, aber in ruhigen Bahnen, hinter sich.

„Es werden für uns drei jedoch definitiv die letzten zwei Jahre in unseren Funktionen sein. Ich habe meine beiden Kollegen zur Wiederaufstellung für die Wahlen quasi genötigt, weil wir meiner Meinung nach ein gutes Team sind“, erklärte Müller nach den Wahlen ernst und mit Nachdruck. Nach Ablauf dieser künftigen Amtszeit werde er 62 Jahre alt sein und somit ein Alter in seiner Funktion erreicht haben, bis zu dessen Höhe kein anderer Zunftmeister in der 95-jährigen Vereinsgeschichte amtierte. Es seien jedoch genug junge Leute mit Potenzial in den eigenen Reihen für die Zunftführung vorhanden, so Müller weiter, es bedürfe eben nur des Ehrgeizes für den nötigen Schritt nach vorne.

Die Jugend ist bei den Narren jedoch keineswegs untätig, in Eigenregie setzte sie etwa die Abrissarbeiten der alten Küche in der Zunftstube um. Intensive Eigenleistung ist den Mitgliedern ohnehin nicht fremd, mehrere Tausend an freiwilligen Arbeitsstunden habe man nach eigenen Angaben seit den 70er Jahren in die Räumlichkeiten gesteckt. Als federführende Bauleiter für die neue Küche zeichneten nun Vize-Zunftmeister Volker Martin und die Sieder Hermann Bury und Karsten Moschko verantwortlich.

So fiel die Kassenlage für das Vereinsjahr angesichts der Küchensanierung mit einem Minus von knapp 27 000 Euro entsprechend negativ aus. In Vorbereitung darauf habe man durch das jahrelange Bilden von Rücklagen den finanziellen Mehraufwand jedoch problemlos abfedern können.

Nichtsdestotrotz steigen die Buskosten für Fahrten zu den Narrentreffen auf zehn Euro für alle Mitglieder ab dem 16. Lebensjahr. Seit dem Jahr 2000 lagen diese bei fünf Euro pro Fahrt. „Ich denke, zu heutiger Zeit ist das absolut vertretbar, zumal die Rückläufe bisher weit unter den Aufwendungen für den Verein lagen“, konstatiert Müller.

Von den Sprechern sämtlicher Zunftgruppen wurde ein gewohnt ausgelassenes Fastnachtstreiben 2019 dokumentiert. Der Fanfarenzug hatte im vergangenen Jahr erneut drei Abgänge zu verzeichnen. Zwar baue man aktuell zwei junge Leute auf, sei jedoch momentan mit lediglich 20 Aktiven vertreten. „Wir müssen junge Leute mit unserer musikalischen Leistung für uns begeistern, macht Werbung für uns“, bat Gruppenleiter Michael Terner.

Kassenprüfer Wolfgang Reichmann zog sich nach sechs Jahren aus diesem Amt zurück, ihn ersetzt Reinhard Hiss. Die Wahl von Sven Böhnisch als neuer Gruppenleiter der Siedergilde wurde bestätigt.