Bad Dürrheim – Rund 50 Bürger und Vertreter aus Politik und Verwaltung kamen am Mittwochabend zur Abschlussveranstaltung des Demografie-Prozesses „Quartier 2020“ in das Haus des Gastes. Nach einem straffen Zeitplan – der Prozess begann im Februar 2018 – wurden Bürgermeister Walter Klumpp Ergebnisse der Arbeit übergeben und nochmals in Diskussionsrunden reflektiert.

Leider hatten sich nicht so viele Bürger zur Beteiligung überreden lassen wie erhofft. Dennoch: „Die Ideen sind aus den Leuten nur so herausgesprudelt“, erklärte Moderatorin Janine Bliestle. Die Wirtschaftsgeographin hatte den Prozess professionell begleitet. Über den gesamten Zeitraum waren rund 40 Personen jeden Alters hochmotiviert aktiv beteiligt.

Unter den übergeordneten Themen Bürger und Begegnung wurden 19 Projekte herausgearbeitet. Bliestle: „Es geht nicht um Zielgruppen, sondern um Lebenswelten, darum festzulegen, wo man für sein Leben die Schwerpunkte sieht!“ Zu den Wünschen an ein zukunftsfähiges attraktives Bad Dürrheim gehören unter anderem: ein Mobilitätskonzept mit verbesserter Verbindung zwischen den Ortsteilen und der Kernstadt, ein Mitfahrbänkle (siehe Beispiel Aldingen oder Deißlingen) oder ein Bürgerbus, ein Ärztehaus mit ausgebauter Facharztversorgung, eine Notfall-Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum, Erhalt der Natur, der Erhalt des Hallen- und Freizeitbades, vernetzte Wohnstrukturen, Nahversorgung in der Innenstadt, kein grenzenloser Ausbau des Gewerbegebietes, Anlässe für Begegnungen schaffen.

Vieles werde in der Stadt bereits umgesetzt, konnte im Verlauf festgestellt werden, was auch Bürgermeister Walter Klumpp anmerkte, der sich von der Ideenfülle beeindruckt zeigte und der von Alexander Stengelin begleitet wurde, dem zukünftigen Wirtschaftsförderer und Bürgermeister-Referenten. Bad Dürrheim blicke auf eine langjährige Engagementerfahrung zurück, lobte Janine Bliestle. Man könne jedoch eine gewisse Müdigkeit verzeichnen. Bemerkbar sei jedoch eine gewisse Müdigkeit in Bezug auf Freude am Engagement. Hier sehe sie die Stadtverwaltung gefordert. Empfohlen wurde von der Expertin die Gründung eines Lenkungskreises im Januar, dem auch Gemeinderäte und Mitglieder der Verwaltung angehören sollten. Es gelte, genau hinzuschauen, bestehenden Strukturen auf ihre Funktionalität zu überprüfen mit eventuell daraus resultierender Neustrukturierung der Engagementlandschaft. Ein Mal jährlich ein themenbezogener Beteiligungsworkshop war eine weitere Anregung.

Die Zeit wird zeigen, welche Projekte sich umsetzen lassen und wie schnell, denn manches ist auch eine Frage der Finanzierbarkeit.