Zum kommenden Wochenende werden alle Katholiken der Gesamtstadt Bad Dürrheim einen Flyer mit einer Umfrage zum Thema „Raumplanung 2030“ in ihren Briefkästen finden. Dies kündigt das katholische Pfarrbüro an. Sie sind aufgerufen sich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, zu welchem pastoralen Zentrum sie bei der von der Erzdiözese geplanten Umstrukturierung im Rahmen der „Kirchenentwicklung 2030“ gehören wollen. Der Vorsitzende des katholischen Kirchengemeinderates Bad Dürrheim, Klaus Fischerkeller, möchte ein Stimmungsbild der breiten Bevölkerung als Entscheidungsgrundlage für den Kirchengemeinderat einholen.

Kirchenentwicklung steht im Raum

Das Thema „Kirchenentwicklung 2030“ steht seit Anfang des Jahres in der Erzdiözese Freiburg im Raum. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Neustrukturierung der Diözese im Ganzen, die durch Erzbischof Stephan Burger auf den Weg gebracht wurde. Diese ist den strukturellen Veränderungen in der heutigen Gesellschaft geschuldet: abnehmende Katholikenzahlen, weniger Gottesdienstbesucher, sinkende Zahlen bei hauptamtlichen Mitarbeitern und Priestern.

Als ersten Schritt plant die Erzdiözese Freiburg eine räumliche Umstrukturierung. Aus den derzeit 224 Seelsorgeeinheiten in der Diözese sollen im Zuge der neuen Raumplanung etwa 40 „Pfarreien (neu)“ – so der Arbeitstitel – entstehen. Das bedeutet, dass fünf bis sechs der bisherigen Seelsorgeeinheiten zu einer Pfarrei (neu) zusammengeschlossen werden. In dieser soll es später ein Pastorales Zentrum geben, in der der leitende Pfarrer seinen Hauptsitz haben wird. Im Falle der katholischen Kirchengemeinde Bad Dürrheim könnte dies in Villingen oder in Donaueschingen sein. Weitere Pfarrer und Diakone würden in diesen Pfarreien (neu) ihre seelsorgerische Arbeit verrichten.

Im Mai dieses Jahres gab es ein erstes Treffen zur sogenannten Raumplanung – der Zusammenlegung der Seelsorgeeinheiten. Darin wurden für das Dekanat Schwarzwald-Baar zwei Vorschläge der möglichen Neuordnung erarbeitet. Bei beiden wurde Bad Dürrheim zum Pastoralen Zentrum Villingen genommen. Diese Vorschläge seien allerdings nicht als festgelegte Entwürfe zu sehen, sondern als Diskussionsgrundlage.

Meinungen gehen auseinander

„Da wir aber gemerkt haben, dass die Meinungen in Bad Dürrheim stark auseinander gehen, was die Entscheidung Villingen oder Donaueschingen angeht, haben wir zusätzlich zu den im Dekanat erarbeiteten Vorschlägen, einen eigenen Vorschlag entwickelt, in dem Bad Dürrheim zum Pastoralen Zentrum Donaueschingen gehören könnte“, erklärt Fischerkeller weiter.

Damit der Pfarrgemeinderat eine Entscheidung treffen kann und diese gegen Ende des Jahres in das Gremium der Raumentwicklung 2030 im Dekanat weitergegeben werden soll, wolle man die Meinung der Kirchenmitglieder mit einbeziehen. „Es ist mir wichtig, dass solch eine Entscheidung nicht alleine vom Kirchengemeinderat getroffen wird“, sagt Klaus Fischerkeller.

Zur Seelsorgeeinheit Bad Dürrheim gehören die Pfarreien St. Johann Bad Dürrheim, St. Peter & Paul Hochemmingen, St. Mauritius Sunthausen und St. Gallus Unterbaldingen mit knapp 4000 Gemeindemitgliedern. Fischerkeller. „Unser Bestreben ist ganz eindeutig, als Seelsorgezentrum erhalten zu bleiben, immer eine Seelsorge und auch Seelsorger vor Ort haben, weil die Einheit ja nicht so klein ist.“

Man sei auch sehr überrascht gewesen und die Stimmung sei natürlich betrübt. Dennoch wisse man sehr wohl, dass dieses Vorgehen dem Zeitgeist und der Realität geschuldet seien. „Aber wir können vor Ort viel bewirken, weil wir eine lebendige Gemeinde sind.“ Das sei die Hoffnung, erklärt Fischerkeller, aber es liege auch an Menschen, die Initiative zu ergreifen.

Was erhalten bleibe, oder was umgesetzt wird, sei noch nicht absehbar. In dieser Umstrukturierung müssten die Belange von momentan elf Seelsorgeeinheiten berücksichtigt werden. „Wir haben jedenfalls unser Möglichstes getan“, so Fischerkeller abschließend.