Bad Dürrheim – Den Abschluss der städtischen Seniorentage 2019 in Bad Dürrheim setzten die katholische und evangelische Kirchengemeinde mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Johann. Im Anschluss sinnierten die Teilnehmer, es kamen etwa 50 Senioren, im Pfarrsaal der katholischen Gemeinde über die „Lebenswelt im Alter“. Was definiert Glück und Freiheit im Ruhestand und was sind die Gedanken der Senioren beim Rückblick auf ihren Lebensweg, so die Fragestellung von Diakon Karl-Heinz Groß und Pfarrer Berndhard Jaeckel.

Was tun mit der großen Freiheit im Ruhestand, reicht das Geld als Rentner, wie der Umgang mit dem Partner weitergeht und was ist künftig der Lebenssinn? Vor diesen Fragen stand der 2012 in den Ruhestand getretene Lehrer Karl-Heinz Groß seinerzeit ebenfalls. Für Groß zumindest steht das „eigene Wohlbefinden im Vordergrund“, wie er erklärte und er habe nicht vor, ewig der Jugend nachzurennen. „Die Kinder sind ja längst aus dem Haus. Im Ruhestand bin ich für mich gelassener und ruhiger geworden, ich zähle die Tage nicht, sondern lebe gediegener“, so Groß. Trotzdem sei es ungemein wichtig, sich auch im Alter Neugier und Weltoffenheit zu bewahren. Bei ihm komme noch der Umstand hinzu, dass ihn doch noch fünf Enkelkinder auf Trab halten.

Auch er sei im Älter werden auf einige Grenzen gestoßen, erklärte Pfarrer Bernhard Jaeckel freimütig, musste aufgrund einer Meniskus-Operation sein heißgliebtes Hobby des Fußballspiels aufgeben. Zusätzlich verfügt Jaeckel über langjährige Erfahrung im Sozialdienst in Pflegeheimen und Krankenstationen. „Ich habe in diesen Einrichtungen immer wieder erlebt, dass einige Menschen trotz ihrer Verfassung glücklich und andere wiederum völlig frustriert sind. Woran liegt das?“, fragte Jaeckel. Bei seiner persönlichen Analyse sei er auf die Tatsache gestoßen, dass Menschen mit steter Kontaktpflege zu ihren Mitmenschen, auch zu Jugendzeiten, im Alter und trotz gebrechlicher Körperverfassung glücklicher bleiben. „Wir brauchen einander. Natürlich kann man aufgrund seiner Veranlagung, Prägung und Charakter nicht aus seiner Haut raus“, sagt Jaeckel. Doch könne man auch im höheren Alter den Versuch einer Nacherziehung in Hoffnung und Glaube wagen.

In diesem Sinne bieten die Seniorentage, an denen die Stadtverwaltung, der KWA Kurstift, der Scheffelhof und der Generationentreff beteiligt waren, älteren Menschen eine Plattform für Kommunikation und geselliges Miteinander. „Auch in unserem Altenwerk bieten wir älteren Menschen monatlich Ausflüge und Veranstaltungen mit informativen, geselligen und religiösen Elementen“, so Diakon Groß.