Derzeit jagt im Rahmen der Vorbereitungen zur 1250-Jahr-Feier in der Doppelgemeinde ein geschichtsträchtiger Tag den nächsten. So wurde am gestrigen Freitag nun feierlich die Geschichtstafel mit der Ortshistorie der Öffentlichkeit präsentiert. Dies war gleichzeitig auch die letzte offizielle Amtshandlung von Bürgermeister Walter Klumpp, der als Noch-Schirmherr seine Freude über dieses wunderbare Stück Geschichte auf der Ostbaar betonte.

Vor knapp einem Jahr kam Hans Buddeberg als Vorsitzender der Bürgerstiftung Bad Dürrheim auf die Organisatoren zu und regte an: „Wollt ihr nicht eine Geschichtstafel für Baldingen kreieren? Wir bezahlen sie, machen müsst ihr sie aber.“ Danach sei das Thema erst einmal etwas eingeschlafen, erläutert Ortsvorsteher Jürgen Schwarz, bis es kurz vor Weihnachten 2018 wieder aktuell wurde. Aus der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit, Internet und Festschrift heraus bildete sich ein weiterer Ausschuss heraus, der sich der Geschichtstafel annahm. Beteiligt daran waren Roland Manger, Ingrid Hasenfratz, Peter Kühnle und Silvia Binninger.

Ingrid Hasenfratz notierte sich vorausschauend bereits bei den umfangreichen Recherchen für die Chronik wichtige Eckpunkte, die auf solch einer Tafel Platz finden sollten. „Die Jahreszahlen machten mir Bauchschmerzen. Es gibt zum Beispiel fünf verschiedene Jahresangaben dazu, wann Oberbaldingen evangelisch wurde“, erzählt sie. „Auf jeden Fall zeigt die Tafel, welch schwierige Zeiten unsere Vorfahren durch Kriege, Unwetter, Eigentumswechsel und vieles mehr durchlebt haben.“

Roland Manger griff in seinem Entwurf für die Tafel das Design des Service-Centers Ostbaar auf. „Nach mehreren Entwürfen war für uns klar, dass wir, auch aufgrund des Standortes der Tafel, die Konturen des Centers aufgreifen werden“, betont Manger. Im engen Austausch mit Silvia Binninger, die für die grafische Gestaltung verantwortlich war, entstand letztlich der Entwurf, nach dem die Bad Dürrheimer Firma Belenus die Geschichtstafel anfertigte.

Diese ist komplett in Edelstahl gehalten. Die Schrift wurde gelasert, das farbige Logo per Siebdruck auf den Rohling gedruckt. Eine Versiegelung aus Klarlack schützt die Tafel. Bürgermeister Walter Klumpp dankte allen Beteiligten für deren unermüdlichen Einsatz, insbesondere auch für diese Tafel. „Ich wünsche allen, dass dieser tolle Zusammenhalt beider Gemeinden auch nach den Jubiläumsfeierlichkeiten fortbesteht.“ Ortsvorsteher Karlheinz Ullrich hob hervor, was für eine tolle Arbeit innerhalb der doch sehr kurzen Zeit entstanden sei. „Manchmal braucht es den Zeitdruck, um etwas Tolles schaffen zu können“, sagte er. Nicht vergessen wolle er den Dank an den Bauhof, der auch hier wieder mit Zeit und Arbeitskraft unterstützte.

Der hauptsächliche Dank gelte jedoch der Bürgerstiftung. „Nur durch euch ziert künftig das rund 2000 Euro teure Schmuckstück den Eingang zum Service-Center Ostbaar„, so Ullrich. Hans Buddeberg ließ an dieser Stelle verlauten, dass auch jede andere Gemeinde Bad Dürrheims auf die Bürgerstiftung zukommen dürfe, sofern sie etwas Vergleichbares schaffen wolle.