Öfingen – Herrscht sonst bei den Ortschaftsratssitzungen gähnende Leere auf den Besucherstühlen, sah sich bei der letzten Sitzung das Gremium gleich drei Bürgern gegenüber. Und die wollten nicht nur zuhören. Sie hatten einige Fragen, brachten aber auch Kritik vor.

Die erste Frage von Anita Schneckenburger, Erika Spangenberg und Rainer Pfaff bezog sich auf das von der Dürrheimer Mineralbrunnen initiierte Projekt „Bad Dürrheim blüht auf“. Anita Schneckenburger: „Bezieht das Projekt nur auf die Kernstadt oder auch auf die Teilorte?“ Es wäre schön, wenn es auch auf den Ortschaften blühen würde, erläuterte sie und klagte: Man bekomme als Bürger gar nichts mehr mit und es wäre schön, wenn man über den Projektverlauf informiert werden würde. Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser wies darauf hin, dass das Projekt erst im Entstehen ist und mehrjährige Pflanzen gepflanzt werden sollen.

Die nächste Frage bezog sich auf das teilweise extreme Zurückschneiden von Hecken, Sträuchern und Bäumen. „Warum schneidet man diese so massiv zurück und anderswo pflanzt man dann wieder neu?“ Einerseits würden alle vom Insektensterben und Verschwinden heimischer Vögel sprechen und die Bevölkerung werde aufgerufen, möglichst das ganze Jahr zu füttern, andererseits zerstöre man Lebensraum, argumentierte Schneckenburger.

Anita Schneckenburger war mit ihrer Liste noch lange nicht fertig. Auch bemängelte sie, dass es in Öfingen bei den Sprechzeiten des Ortsvorstehers keinen separaten Raum für ein Vier-Augen-Gespräch gibt.

„Warum verlieren wir junge Familien, die gerne in Öfingen bleiben würden, an andere Ortschaften? Es gibt keine Bauplätze, keine Häuser zum Verkauf und selbst Firmen können hier nicht expandieren oder Ansiedeln, weil es einfach keine Möglichkeiten gibt“, war die nächste Frage der drei Öfinger, die sich für ihren Ort engagieren wollen.

Eine Frage der Bauplätze

Astrid Schweizer-Engesser erklärte auf diese Frage zuversichtlich, dass zurzeit Flächen gesucht würden, man dabei allerdings auf Anwohner und Eigentümer der Grundstücke angewiesen sei.

Diese Frage habe sich allerdings auch auf den Bad Dürrheimer Gemeinderat bezogen, wurde Unzufriedenheit verdeutlicht, da die Öfinger mittlerweile den Eindruck hätten, dass es an Unterstützung aus der Kernstadt mangele, und dass es hier vielen Bürgern so vorkomme, als sei Öfingen den Gemeinderäten egal.

Für die Jugend nichts geboten

Ferner sprach Anita Schneckenburger das seit Jahren bestehende Problem an, dass es in Öfingen für Kinder und Jugendliche keinen Anlaufpunkt, keinen Jugendraum oder ähnliches gibt. „Es wäre schön, wenn sich der Ortschaftsrat hier einbringen könnte“, schloss Schneckenburger ihre Ausführungen.

„Wir würden uns freuen, wenn sich der Ortschaftsrat über unsere Fragen bis zur nächsten Ortschaftsratsitzung Gedanken machen würde und wenn wir gemeinsam etwas in unserem Heimatort bewegen und bewirken könnten“. erklärte das Trio einstimmig und wies darauf hin, dass sie nicht nur für sich selbst sprechen, sondern auch für viele andere, die sich seit Längerem mit den selben Gedanken auseinandersetzen würden. Ortsvorsteherin Schweizer-Engesser wies in diesem Zusammenhang auf die am kommenden Sonntag stattfindende Ortsbegehung mit dem Bürgermeister-Kandidaten Jonathan Berggötz hin, die um 14 Uhr am Rathaus beginnt.

Im Rahmen der Sitzung wurde dann zwei Baugesuchen zugestimmt. Zu erfahren war, dass bei einigen alten Bäumen – einem Lindenbaum gegenüber dem Rathaus, einer Buche im Außenbereich des Kindergartens und einem Obstbaum am Gemeindeverbindungsweg Richtung Biesingen – die Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Deshalb sollen diese zeitnah gefällt und durch das Pflanzen neuer Bäume ersetzt werden.

Im diesjährigen Haushaltsplan sind an Investitionen für Öfingen die Flutlichtanlage auf dem Sportplatz mit 45 000 Euro und die Beleuchtung in der Baarblickstraße mit 95 000 Euro vorgesehen, informierte Astrid Schweizer-Engesser noch.

Am gestrigen Freitag fand in der Osterberghalle eine Unterweisung durch Hausmeister Dietmar Basch statt. Dabei wurde Vertretern aller Vereinen, der Ostbaarschule und auch dem Kindergarten gezeigt, wie beispielsweise Jalousien und Trennvorhang richtig funktionieren. Wer an diesem Termin nicht teilnehmen konnte, hat die Möglichkeit, sich bei zwei weiteren Terminen zu informieren.