Nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte. Obwohl in Bad Dürrheim die Kindergartenlandschaft sehr gut aufgestellt ist und besonders auch die neue Kita Stadtkäfer allseits gut ankommt, gibt es aus Sicht der Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU) dennoch Handlungsbedarf in mehreren Punkten.

Es könne und solle die Qualität der Betreuung und die Personalsituation erhöht werden, um ein besseres Arbeitsumfeld zu schaffen, führt Fraktionssprecher Wolfgang Kaiser aus. Diesen Antrag mit einem Bündel konkreter Vorschläge werde die LBU bei der nächsten Gemeinderatssitzung einreichen und zur Diskussion stellen. "Das soll keine Kritik sein", stellt Kaiser klar. In Geprächen mit den Leiterinnen der verschiedenen Einrichtungen habe sich einfach Handlungsbedarf herauskristallisiert.

Mehr qualifizierte Vertretungskräfte notwendig

Die Rede ist von der Personalsituation. Kaiser: "Hier gibt es immer wieder Engpässe." Eine Unterbesetzung bestehe nicht, doch sobald jemand zum Beispiel wegen Krankheit ausfalle, dann werde es eng und da habe es in der letzten Zeit eine ganze Reihe von Fällen gegeben. Die Frage sei, ob die bewilligte halbe Springerstelle überhaupt ausreiche. Man sei in der LBU der Ansicht, dass die Leitungszeiten erhöht werden sollten. Bei den Stadtkäfern ist lediglich eine halbe Leitungsstelle vorgesehen. "Bei so einer großen Einrichtung ist das illusorisch", so Kaiser. Es brauche mehr qualifizierte Vertretungskräfte, damit die Kitas ihrer pädagogischen Aufgabe in ausreichendem Maße nachkommen können.

Zusammenarbeit mit Heilpädagogin?

Die Bedarfsplangruppe (Eltern, Leiterinnen, Verwaltung und Gemeinderatsmitglieder) greife nicht ausreichend. Als Ersatz soll nach dem Willen der LBU ein Kindergartenbeirat etabliert werden, dem unter anderem pro Fraktion ein Vertreter angehören sollte. Dieser Beirat müsse sich mindestens zwei Mal pro Jahr, um auf guter fachlicher Basis die Bedürfnisse zu erfassen und dann dem Gemeinderat vorzutragen. Kaiser: "Es ist nicht zielführend, wenn jede Fraktion einzeln mit den Kindergärten spricht."

Ein anderer Vorschlag kommt von Elisa Wehrle. Die 25-jährige Bad Dürrheimerin ist Sozialpädagogin und beim Jugendamt tätig. Sie kandidiert bei der bevorstehenden Kommunalwahl für die LBU. Sie führt am Beispiel von der Gemeinde Schönwald verschiedene Vorteile durch die Zusammenarbeit mit einer Heilpädagogin aus: Die Heilpädagogin ermögliche zum Beispiel ein niedrigschwelliges Beratungsangebot für Eltern, ist für Inklusionsarbeit und Eingliederung zuständig, bietet Möglichkeiten der Teambegleitung und -fortbildung und entlaste in schwierigen Situationen als neutrale Person die Erzieherinnen in ihrer Arbeit und die Kosten übernehme in wesentlichen Teilen der Landkreis.