Die Stadt steht vor der Herausforderung, einen neuen Bürgermeister zu finden. Die Parteien der Stadt stehen vor dem Wahlkampf zu den Kommunalwahlen. Der SÜDKURIER fragt bei den Fraktionen nach, auf welche Themen sich der Fokus richtet. „Wir haben riesengroße Baustellen in Bad Dürrheim“, sagt die SPD-Vorsitzende Derya Türk-Nachbaur.

Haben die Sozialdemokraten einen Bürgermeister-Kandidaten gefunden? „Bislang haben diejenigen im Ort, die wir kontaktiert haben und die Gesprächsbereitschaft signalisiert haben jedoch abgewunken“, sagt die SPD-Vorsitzende. Inzwischen sei man mit zwei parteinahen Personen von außerhalb im Gespräch, die sich verständlicherweise momentan noch nicht würden outen wollen. Türk-Nachbaur: „Wobei für uns das Parteibuch nicht unbedingt eine Rolle spielt. Wir sind jederzeit bereit, einen anderen fähigen Menschen zu unterstützen, wenn sich jemand offenbart.“ In den nächsten Tagen werde sich Näheres herauskristallisieren.

„Für die SPD sind nach wie vor die Kindergartengebühren ein Thema“, kündigt Türk-Nachbaur an. Man wolle die Kommune attraktiver und gerechter machen, was Kindergartengebühren angehe, und man wolle den Druck auf die Landesregierung erhöhen, damit Gelder, die durch das gute Kita-Gesetz freigesetzt werden, bei den Kommunen ankommen und diese entlastet werden. Beim bevorstehenden Spitzentreffen soll das Bürgerbegehren in die Wege geleitet werden.

Und weiter: „Wir brauchen unbedingt ein vernünftiges Verkehrskonzept für die Friedrichstraße.“ Weiter stünden im Fokus der Sozialdemokraten die Schulsanierungen und die Bildungspolitik als Gesamtkonzept für Dürrheim. Ganz oben auf der Agenda stehe bezahlbarer Wohnraum. Dürrheim dürfe sich nicht zu einem Luxusörtchen wandeln. Wohlhabende Senioren seien natürlich toll, aber es gebe auf der anderen Seite viele junge Familien, die es sich nicht leisten könnten, in Bad Dürrheim zu leben. In vielen Gesprächen sei an sie herangetragen worden, dass die Mieten in Bad Dürrheim zu teuer sind. Es gehe darum, Wohnraum – auch Wohnungen – für alle Preissegmente zu schaffen.

Es wäre toll, wenn Dürrheim aktiv eine neue Wohnungspolitik starten würde. „Das sehe ich zum Beispiel auch als Herausforderung für einen neuen Bürgermeister.“ Dieser sollte iher Meinung nach drei Sachen beachten: smartes Wachsen beim Wohnungsmarkt, Wohnraum ermöglichen, was eine langlebige Attraktion für die Stadt bedeuten würde, viel Erreichen mit wenig Mitteln. Und Visionen mitbringen. „Bürgermeister die mit einer Vision angetreten sind, haben tatsächlich nachhaltig ihre Stadt verändert. Die Sozialdemokraten seien bereit, Innovationen anzugehen, und wollen in einem Gesamtkonzept eine gemeinsame Kultur mit hoher Qualität des Zusammenlebens herstellen.

Die Liste für die Gemeinderatswahl sei gut aufgestellt, das Interesse groß, vorbehaltlich die jeweiligen Personen – auch ohne Parteibuch – blieben bei ihrer Zusage. Die Hoffnung ist: „Je mehr Demokraten im Gemeinderat sind, umso weniger Chancen haben Andersdenkende.“

Bewerbung als Bürgermeister

Die Kurstadt sucht einen neuen Bürgermeister. Das ist bei der Bewerbung zu beachten:

  • Die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt Bad Dürrheim mit rund 13250 Einwohnern ist infolge Eintritts in den Ruhestand des bisherigen Amtsinhabers neu zu besetzen. Die Amtszeit beträgt acht Jahre. Die Besoldung richtet sich nach gesetzlichen Bestimmungen.
  • Wählbar sind Deutsche im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes und Staatsangehörige eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union. Die Bewerber müssen am Wahltag das 25., dürfen aber noch nicht das 68. Lebensjahr vollendet haben.
  • Bewerbungen können frühestens am Tag nach der Stellenausschreibung – also am 18. Januar und spätestens am 7. März 2019, 18 Uhr, schriftlich eingereicht werden. Die Wahl findet am Sonntag, 31. März 2019, eine eventuell notwendig werdende Neuwahl am Sonntag, 14. April, statt.
  • Der Bewerbung beizulegende Unterlagen: eine Wählbarkeitsbescheinigung der Wohngemeinde auf amtlichem Vordruck, eine eidesstattliche Versicherung, dass kein Ausschluss der Wählbarkeit vorliegt. Für Unionsbürger gelten abweichende Regeln.